Sonntag, 26. Oktober 2008

Canada

Juhuu, schon lange hatte ich es mir vorgenommen und heute hat es endlich mal geklappt. Es ging nach Canada.

Da ich zusammen mit einem "neuen" Au Pair aus meinem Cluster gefahren bin, hielten wir erst einmal noch in Downtown Detrotit. Und da ich als Mitglied der Huntington Woods Bibliothek auch wöchentlich Freitickets für die verschiedensten Museen bekommen kann, musste das ja auch gleich mal noch genutzt werden. Leider gab es diese Woche keine Freikartenfür die hochgelobte National Art Gallerie.


Dafür aber für das Museum of African Amercan History und das war richtig klasse. Wir durchliefen von der Ägyptischen Hochkulturzeit bis in die Gegenwart die Geschichte von Afrika, außerdem setzte später die Geschichte von Amerika und Detroit ein. Und alles war sehr liebevoll hergerichtet.
Der Weg nach Canada führte uns von Downtown Detroit durch den Tunnel. Einen Stempel in den Reisepass und wir waren in Windsor. Dort erwartete uns nichts wirklich besonderes, aber man war eben mal in Canada und hatte mal wieder eine andere Währung.
Und einen schönen Blick auf Detroit





Der Weg zurück war Teil meines nerven aufreibend,aufregenden Wochenendes. Es ging gestern los, als ich früh morgens mit Jonah zum Eishockeyspiel gefahren bin. An der Ampel stand plätzlich ein Polizei Wagen mit Sirene neben mir und ich sollte folgen. Es wurden meine Führerscheine und die Fahrzeugpapiere verlangt, ich wurde gefragt wie ich zu diesem Auto komme und ob ich die amerikanischen Verkehrsregeln kenne. 3 Minuten später wurde ich mit "Good drive mam" verabschiedet. Da denkt man, man hat sonstwas verbrochen. Gestern Abend haben wir uns außerdem Eagle Eye im Kino angeschaut, ein Film über Überwachung und Sicherheit in Amerika (wieso kam ich eigentlich auf die Idee nach Amerika zu gehen ? :) )
Und jetzt zur Rückfahrt von Canada:Die Zunehmende Anstauung der Autos am Ende des Tunnels hieß schon nichts gutes. Außerdem wurden wir mit einem Schild darauf hingewiesen, dass es die Amerikaner nicht mögen, wenn man Lebensmittel in ihr Land einführt. Daran hatten wir beide nicht gedacht, als wir uns jeweils eine große Packung Knäckebrot in Canada gekauft haben. Und wohin jetzt so schnell damit? Man konnte es ja auch nicht einfach aus dem Fenster werfen. Außerdem hatten wir noch damit zu tun unsere Äpfel und Bananen aufzuessen. Als wir dann endlich bis zu dem unfreundlichen Herrn Sicherheitsbeamten vorgedrungen waren, mussten wir eine ganze Menge hohler Fragen beantworten und außerdem alle Fenster herunterkurpeln....aber unser Knäckebrot hat er nicht gefunden.....YES :)
Last but not least musste ich kurz vor meinem Haus auch noch eine Megavollbremsung mitten auf dem Highway hinlegen, da so ein dämlicher Autofahrer bei Rot die Kreuzung überquert hat,3 cm und es hätte gekracht.
Noch eine kleine Storry von gestern Abend, da hab ich nicht schlecht geschaut, als meine ganze Familie mal wieder zu einer Bar Mitzvah gefahren ist. Alle 6 waren im Schlafanzug gekleidet. Und da soll mal noch einer sagen Amerikaner haben keinen an der Klatsche. Mottopartys sind ja wirklich lustig, aber für eine Bar Mitzvah???
Zum Schluss noch ein kleines Bild vom Freitag Abend, da ging es in einem Heuwogen mit voller Geschwindigkeit querfeldein. Natürlich mit gelegentlicher Heuschlacht. Anhand der Kleidung, sieht man , dass es mittlerweile auch bei uns kalt geworden ist.

Donnerstag, 23. Oktober 2008

schalOm (שלום ) -  Zehn Tage ohne Gastmutter

10 Tage in denen die Kinder viel zu oft frei hatten (5 Tage jüdische Feiertage und 2 Tage Wochenende), Tage an denen mein Gastvater zum Teil von 7am bis 10pm arbeiten musste und mit dem Detroitmarathon am Sonntag trotzdem noch den speziellen Kick brauchte, Tage an denen ich mir am Abend vorher immer schön überlegt hab was ich am nächsten Tag kochen werde und dann gab es spontan einen Anruf z.B. dass ich heute mal ein Essen machen soll, das ganz schnell geht, weil uns mein Gastvater 30 Minuten später abholen wollte um ins Kino zu gehen (Bildungskino zur aktuellen Stammzellenforschung mit anschließender Diskussionsrunde mit Politkiern und Wissenschaftlern) oder einen anderen Tag sind wir Essen gegangen (Pastaparty am Vorabend des Marathons). Trotz alledem war es eine angenehme Zeit mit meinem Gastvater. Am Freitag hab ich im richtigem Moment die richtige Frage gestellt, irgendetwas belangloses über Wein und habe daraufhin eine mit Begeisterung abgehaltenen Einfürung in sein großes Hobby den Weinkeller bekommen. Der ist ziemlich beeindruckend, mit Weinen aus aller Welt. Danach haben wir uns eine gute Flasche Californischen rausgesucht, geleert und dabei zunehmend lockerer geplaudert. Toll fand ich zum Beispiel: als wir über Israel und den Nah-Ost Konflikt gesprochen haben, meinte er, dass ich mich vielfältig informieren sollte um mir eine eigene Meinung zu bilden, da seine Meinung allein - mein Gastvater unterstützt Israel - zu sehr beeinflussend ist.
Gestern kam dann meine Gastmutter wieder und ich hab als kleines Dankeschön ein paar israelische Süßigkeiten bekommen.

Wer auch gelegentlich vom sächsischen Gymnasium deprimiert wurde, dem sei das amerikanische College ans Herz gelegt. Es ist nicht so das ich unterfordert bin, so schauen wir zum Beispiel nächste Woche einen Film in Spanisch und müssen ein Essay dazu schreiben, großzügigerweise nur die Hälfte davon in Spanisch (zum Glück habe ich ein spanisches Au Pair als Freundin;) und in Economics müssen wir bis Anfang Dezember eine 4-seitige Ausarbeitung über die aktuelle Finanzkrise machen. Vor dem Mitsemesterexamen in Spanisch habe sich alle so dermaßen fertig gemacht, war fast wie Abi, nur das wir dann eben Vokabeln unter bunte Bilderchen geschrieben haben oder eine E-mail an unseren mexikanischen Brieffreund schreiben mussten. Hier mal ein kleiner Auszug aus der letzten Lektion (mit sehr wertvollen Vokabeln): Tengo que limpiar los cuartos, pasar la aspiradora, poner la mesa, lavar y planchar la ropa, sacar la basura y preparar la comida porque nuestra casa es un desastre.
Wer den Satz richtig übersetzen kann, bekommt ein Eis :).

Montag, 13. Oktober 2008

Was man hier nicht so alles mitmacht:

Politik: Der Wahlkampf nähert sich dem Höhepunkt und in meiner Familie wird mittlerweile Politik regelrecht zelebriert. So hatten wir z.B. zur Debatte der Vizepräsidenten 20 Gäste im Haus. Was da vor dem Fernseher abging muss man sich in etwa wie ein gemeinsames Champions league Finale Schauen vorstellen, bei dem beide Seiten vertreten sind....nur eben ohne Fußball.
Essen: Den einen Tag hat man ein ganzes Tier auf dem liegen (Hummer), das dann in mühevoller Kleinstarbeit auseinandergenommen werden musste.(um dies zu meistern gabs eine halbe Chirurgenausrüstung). Im Gegensatz dazu durfte von Dienstag Abend bis Mittwoch Abend nichts gegessen werden, dies besagt die jüdische Yom Kippur Tradition.
Halloween: Ist zwar erst in zwei Wochen, trotzdem kann man sich den Vorbereitungen mittlerweile nicht mehr entziehen. So hab ich beim Blick aus dem Küchenfenster seit zwei Wochen diese Sicht auf das Haus des Nachbarn.
Unter besonderer Beobachtung: steht man hier, wenn man als unter 21-jähriger abends weggehen möchte. Gleich am Eingang gibt es zwei dicke Kreuze auf die Hand und damit wird man dann den strengen Blick der Security auch den ganzen Abend nicht mehr los. Als Trost gibt es für einen allerdings den ganzen Abend alkoholfreie Getränke kostenlos.
eine neue Sportart: ob im Garten oder im als Minispiel im Hobbytraum, der Leidenschaft der Jungs für Hockey kann man sich nicht entziehen. Und was soll man machen, wenn der 11jähirge Hockeyprofi (3-4 mal wöchentlich Training) von 50cm Entfernung auf dein Toor ballert.
Ja, da zieht man lieber den Kopf ein.
Israel: Dahin geht es die nächsten 10 Tage für meine Gastmutter und Aidan. Die Sorgenfalten stehen ihr auf der Stirn geschrieben. Aber mein Gastvater ist ganz optimistisch, dass wir den Laden auch ohne sie schmeißen. Ich wurde jedenfalls mit einer Menge an Listen ausgestattet, Kochvorschläge (natürlich immer nach dem Eiweiße/Kohlenhydrate/Vitamine Prinzip), sämtliche Termine sowie Telefonnummern und Adressen aller Ärzte, Freunde, Hockeykollegen,...die in den nächsten 10 Tagen eine Rolle spielen.

P.S.: Ich wurde diese Woche auf meine Kommentareinstellung hingewiesen und habe das auch sofort geändert, ab jetzt könnt ihr auch anonym kommentieren. Wer also hier gelegentlich mal vorbeischaut und mir seine Meinung mitteilen möchte oder eine Frage hat oder mich grüßen will:), der sei dazu herzlich eingeladen!!!!

Montag, 6. Oktober 2008

Herbstanfang, Crosslauf und ein neues Auto

Ja, jetzt ist es auch bei uns Herbst geworden. Nach einem sommerlich warmen September sank das Thermometer zum Oktoberanfang schlagartig um 10-15 Grad. (wie habens jetzt hier so 8-10 Grad). Und jetzt beginnen auch die Bäume Farbe anzunehmen. Ich glaub es schneit bald.

Ganz unverhofft bekam ich am Donnerstag nach dem College einen Anruf von Jack, dass ich doch bitte sofort mit meinem Auto zum Autohaus fahren solle. Dort angekommen hatte ich nicht einmal richtig Zeit mich von meinem kleinen Van zu verabschieden (wie hatten uns in den letzten beiden Monaten so schön aneinander gewöhnt ;) , ich bekam den Autoschlüssel meines Gastvaters in die Hand gedrückt und ab gings mit seinem Auto (GM Yukon XL - viiiieeeel zu groß) zur Schule die Kiddies abholen. Am Abend wurde mir dann das neue Auto vorgestellt, mit jeder Menge Schnickschanck wie z.B. 3 Fernseher. Auf die Frage wie ich es fände, meinte ich, die Farbe sei schön (falsche Antwort *g* - wie als ob es mir nicht egal sei, was ich für ein Auto fahre bei Speedlimit und Automatik. Und von den Fernsehern hab ich ja auch nicht allzuviel). Diese Woche gibt es dann die Einweisung für das neue Auto und dann werd ich damit rumkurven.

Der gestrige Sonntag war ganz in meinem Sinne. Früh ging es zu einem Crosslauf. Diesmal war die Strecke nur halb so lang (5 km), dafür war es allerdings mehr ein Berglauf. Da ich in meinem Ort nach Hügeln vergeblich suche, stellte die Strecke schon eine kleine Herausforderung dar. Trotzdem kam ich irgendwie als erster meiner Altersklasse in Ziel (Zeit: 26.04) .
Am Nachmittag stand mal wieder ein buntes Programm aus Fußballplatz und Eishockeyhalle an. Mittlerweile kenn ich schon die meisten Eltern aus Jonah`s Fußballmannschaft und somit hab ich auch immer Gesprächspartner während der Spiele.
Und am Abend war für mich Volleyball angesagt. Ich hab jetzt in meiner Nähe eine gute Möglichkeit gefunden, zweimal in der Woche Volleyball zu spielen. Eine rießige Halle mit 9 Volleyballfeldern und auch ein ziemlich hohes Niveau der Spieler. Gestern war ich zum Beispiel mit einer Studentin in der Mannschaft, die zwei Jahre Nationalliga in der Niederlande gespielt hat. Und weil sie sehr interessiert an Europa ist (auf solche Menschen trifft man hier nicht allzuhäufig), werden wir uns diese Woche auch mal auf einen Café treffen.

Aidan, mein "Kleinster" kann manschmal ziemlich niedlich sein. So bekam ich letze Woche von ihm eine Rose zum aufklappen geschenkt, mit Ohringen darin, die hatte er beim Einkaufen mit seiner Mutter entdeckt. Außerdem wollte er letzte Woche mit mir Cookies backen, also haben wir in meinem Laptop nach einen geeigneten Rezept gesucht (diesmal mit amerikanischen Maßeinheiten) und haben ca. 80 Cookies gebacken. Da war es auch egal, dass ich mich dabei verbrannt habe und sich nun auch der Ofen neben der Waschmaschine und der Kloospülung bei mir unbeliebt gemacht hat.
Außerdem wird man von ihm immer ordentlich auf Trapp gehalten, so muss ich beim gemeinsamen Hockeyspielen immer eine gewisse Anzahl an Liegestützen machen, falls er mal wieder mit einem seiner Superschüssen das Tor trifft.