Alex' Gastfamilie hat uns ihre Membershipcard fuer den Zoo geliehen und wir sind ganz selbstbewusst zur Kasse gegangen - aber Fehlanzeige. Sie wollten uns nicht durchlassen ohne gueltige ID oder aehnlichen Beleg. Nun konnte Alex ja schlecht ihren deutschen Personalausweis vorzeigen, da haetten sie ja gleich gewusst, dass uns die Card eigentlich nicht gehoert und wir nicht befugt sind, diese zu nutzen. Aber Eintritt bezahlen wollten wir auch nicht...also hat die clevere Alex einfach die Kreditkarte ihrer Gastmutter vorgezeigt: Hat funktioniert, auch wenn die Kassiererin nicht sonderlich ueberzeugt ausgesehen hat. Im Zoo (den wir uebrigens fuer uns alleine hatten) stellten wir schnell fest, dass ausser dem Schmetterlingsgarten und dem "Haus der exotischen Voegel", kaum was Interessantes zu sehen war, weil sich alle Tiere verstaendlicherweise in die hinterletzte Ecke ihrer Kaefige verzogen haben. (Bei so einem Wetter schickt man ja keinen Hund vor die Tuere, geschweige denn einen Koenigstiger;).
Deshalb vertieften wir uns in ein Gespraech ueber Reiseplaene und keine von uns beiden schenkte dem Warnschild oder dem riesen Schriftzug auf der Strasse Beachtung. Ploetzlich wurden wir von einem Zooranger angehalten und gefragt, was wir hier zu suchen haetten, hier seien keine Besucher mehr erlaubt, koennen wir denn nicht lesen, und und und. Uuuups...da hat wohl jemand was uebersehen (und zwar das Schild "Danger - no visitors beyond this point") na gut - sind wir eben wieder umgekehrt, da kam uns doch so ne Frau auf einem Fahrrad entgegen. Sie fragte uns, ob wir die zwei Maedels sind, die sich hinter die gelbe Linie gewagt haetten und ob wir keine Augen im Kopf haetten usw. Die wurde anscheinend extra angerufen, um uns "einzufangen" (aber mal ehrlich, was haette die schon mit ihrem Fahrrad gegen uns zwei ausrichten koennen...haha). Als wir schon fast am Ausgang waren hat uns noch ein 3. Zoomitarbeiter angesprochen und gemeint, wir muessen die zwei sein, die hinter der gelben Linie gesichtet worden sind. Oh Mann...da haben die gleich einen Rundruf gestartet und das nur weil wir ein paar Meter hinter der gelben Linie gelaufen sind! Amis sind echt paranoid! Mit nassen Fuessen und ziemlich durchgefroren, gingen wir schnell "nach Hause" um uns umzuziehen. Den Restnachmittag nutzten wir zum Einkaufen. Wir waren nur in einem Laden, aber der war gross;) Vollkommen erschoepft mussten wir uns am Abend in einem leckeren italienischen Restaurant staerken (Alex' Gastvater hatte uns einen 10$ Gutschein gegeben). Soooo ausgehungert war die Alex:
Am naechsten Morgen zeigte mir Alex ihr College. Der Regen hatte immer noch nicht nachgelassen und es war 10 Grad kaelter als am Vortag. Deswegen schafften wir es nicht, am Dunkin Donuts vorbeizufahren ohne uns eine heisse Schokolade zu genehmigen, die uns dann wieder etwas aufwaermte (zumindestens voruebergehend;).
Danach fuhren wir weiter nach Downtown Detroit und waren supergluecklich einen kostenlosen Parkplatz gleich neben der Oper gefunden zu haben. Doch das Wetter war so schlimm, dass es nicht in Frage kam, durch Detroit City zu bummeln. Also begaben wir uns zum "People Mover" (ein witziger Name fuer ein oeffentliches Verkehrsmittel) und fuhren 3 Runden durch Detroit um uns aufzuwaermen, mir einen Ueberblick zu verschaffen und einen Plan zu machen.
Dieses Bild fasst die Wetterlage erschreckend gut zusammen.
Auch in Kanada (hier auf dem Bild zu sehen) sah es nicht besser aus...
Unser Plan sah so aus, dass wir immer dann ausgestiegen sind, wenn wir ein interessantes Gebaeude entdeckt hatten. So landeten wir auch im Cobo-Center.
Wie sich herausstellte, war das nur ein unspektakulaeres Kongresszentrum, ABER genau an dem Tag, wurde dort ein Cheerleadingwettbewerb ausgetragen und deshalb sind wir dann auch ein ganzes Stueckchen haengen geblieben und haben zugeschaut. Wir waren uns einig, dass das alles extrem amerikanisch war. Vor allem die 9 oder 10 jaehrigen kleinen Maedels - dick geschminkt und wahnsinnig selbstbewusst. Irgendwann wurde es uns zu bunt und wir suchten den People Mover auf, um zum General Motors Hauptgebaeude zu fahren. Das Wetter war leider immer noch nicht besser geworden.
Da hat der Weihnachtsbaum gar nicht so fehl am Platze gewirkt (wie wir auch am naechsten Tag sehen sollten). Im GM-Building haben wir uns mal umgeschaut - ist schon eine eindrucksvolle Architektur...
Dann wollten wir ganz schlau sein und einen tollen Ausblick auf Detroit erhaschen. Also fuhren wir mit dem Fahrstuhl in den 70. Stock - Fehlanzeige. Wir waren irgendwie im Hotel gelandet und ausser Hotelzimmern gabs da nix zu sehen (noch nicht mal ein klitzekleines Fenster irgendwo), sodass wir schleunigst wieder runtergefahren sind. Langsam waren wir auch ziemlich hungrig und beschlossen in "Greektown" (ist schon lustig, jede groessere Stadt in Amerika hat eine "Chinatown" - Detroit ist mal wieder die Ausnahme und hat eben eine "Greektown";) auszusteigen. Dort haben wir lecker - was wohl - griechisch gegessen. Den ganzen Tag hatten wir jedemenge Zeit und haben ueberlegt, wie wir die am sinnvollsten rumbringen. Nun mussten wir uns allerdings echt beeilen, um nicht zu spaet zur Oper zu kommen (das war mal wieder typisch fuer uns zwei...haha;). Doch wir haben es gerade noch rechtzeitig geschafft (inklusive "clothes-changing" im Auto). Die Oper ist wirklich toll (denkt man von aussen gar nicht, aber innen drin sieht es echt nobel aus).Das Stueck ("Madame Butterfly" von Puccini) war super. Tolles Orchester, exzellente Solisten - nur leider ein strohdummes Publikum. Nach der Aussage "Nur Idioten klatschen, wenn der Taktstock noch oben ist" musste man annehmen, dass 85% der Hoererschaft aus ebensolchen bestand. Aber tolle Kleider hatten sie an...Als wir in der Pause ein paar Fotos von der Innenausstattung der Oper machen wollten, kam sogleich jemand von der Security angerannt und hat uns zu verstehen gegeben, dass dies hier unter keinen Umstaenden erlaubt sei (das waere dann die 3. Begegnung mit so einem Ordnungshueter;)
Am spaeten Abend waren wir wieder bei Alex angekommen. Dort war ein "High-Society-Dinner" von Alex' Gastfamilie in vollem Gange, doch wir schlichen uns unbemerkt hinein ;). In Alex' Zimmer wartete schon ein groooooosser Blumenstrauss auf sie.
Nur leider ohne den kleinsten Hinweis, von wem dieser stammen koennte. Das gab uns natuerlich viel Raum fuer Spekulationen und Gelaechter (wie sich am naechsten Tag herausstellte, war dieser von ihrem Onkel und ihrer Tante - die beigefuegte Nachricht ist irgendwie auf dem Weg von Europa nach Amerika verloren gegangen;).
So gegen ein Uhr Nachts klopfte es an die Tuer. Davor stand Alex' Gastfamilie mit Kuchen, Kerzen und Karte und gratulierte ihr zum Geburtstag (auch wenn der da theoretischerweise schon vorbei war) - eines der Kinder hatte es gerade noch rechtzeitig in Facebook entdeckt...naja, diese "Nachlaessigkeit" liegt warscheinlich daran, dass Erwachsenengeburtstage hier nicht gefeiert werden.
Am naechsten Tag wollten wir 10.00 das Haus verlassen. So auf 12.00 sind wir dann mal losgefahren;). Die erste Station war die "Automobile Hall of Fame". Als wir dort angekamen, war das Wetterchaos perfekt: Schneesturm und Eiseskaelte. Genau richtig fuer einen Museumsbesuch also. Trotzdem hatten wir die Ausstellung fuer uns alleine (wie auch schon den Zoo am Freitag;). Das war aber prima, denn so konnten wir in aller Ruhe rumalbern, alles ausprobieren und viele Fotos machen. Hier mal ein paar Eindruecke:
Seht ihr, wie die Alex am Steuer sitzt und das riesen Teil gemuetlich faehrt? (sowas kommt dann eben unter anderem dabei heraus, wenn man das Museum fuer sich alleine hat;)
Und hier mal noch zwei Bildchen mit "Vorher-Nachher-Effekt":
Nachmittag fuhren wir weiter nach Ann Arbor, einem huebschen Staedtchen und dem Sitz der University of Michigan. Das Wetter spielte ganz und gar nicht mit, sodass wir mal wieder in einem Cafe gelandet sind (diesmal gab's Cupcake). Ein bisschen was wollten wir allerdings noch von Stadt und Uni sehen, also haben wir die Zaehne zusammengebissen und sind, dem Schneesturm trotzend, durch die Stadt gebummelt. Die ist wirklich wunderschoen, vor allem die Unigebauede. Und im Sommer, bei schoenem Wetter...naja lassen wir das Wunschdenken. So winterlich sah es dort aus:
Ein Foto vor so einem eindrucksvollen Unigebauede durfte natuerlich nicht fehlen:
Zum kroenenden Abschluss wollten wir uns noch mit Anica, einer Freundin von mir, treffen, die an der University of Michigan Musik studiert und eine sehr gute Geigerin ist. Sie wohnt in der Willow Tree Lane. Das haben wir auch genauso ins Navi eingegeben und uns schon gewundert, dass die Bungalowsiedlung, an welcher wir rauskamen, ein Studentenwohnheim sein sollte, aber naja...Gleich um die Ecke war auch ein Panera Bread (eine Restaurantkette, die allerdings relativ selten ist) und wir haben uns 5.30 mit ihr dort verabredet. Leider war weit und breit keine Anica zu sehen - wie sich herausstellte, war sie in einem anderen Panera Bread. Also sind wir zwei zum Auto gehechtet (man muss ja bedenken, dass mein Flug schon 9.17 ging und somit die Zeit langsam knapp wurde) und haben versucht das andere Panera Bread zu finden. Das ist aber auch mal wieder ein Zufall: Da gibt es doch in Ann Arbor tatsaechlich zwei Willow Tree Lanes mit einem Panera Bread gleich um die Ecke...nicht zu glauben. Naja, wenigstens eine gute Stunde hatten wir noch zum Erzaehlen gehabt, bevor wir uns verabschiedeten und im schoensten Schneesturm zum Flughafen fuhren. Ich hatte schon befuerchtet, dass mein Flieger gestrichen wuerde, aber es verlief alles nach Plan.
Der Abschied fiel uns schon echt schwer, nach so einem tollen Wochenende mit unzaehligen Lachkraempfen und tollen Erlebnissen. Zum Glueck sind es nur noch 5 Wochen, bis die Alex nach Boston kommt und wir uns wiedersehen. Und dann haben wir richtig viel Zeit...jipiiiiiii!!!
PS: Wenn ihr wissen wollt, was die Alex vom Wochenende gehalten hat, dann schaut doch mal auf meinem Blog vorbei (siehe Blogleiste rechts).

6 Kommentare:
Hallo Franzi!
Grüß mir bitte die Alex schön!
Danke für Deinen wunderschönen Bericht über Euer WE. Es ist immer wieder schön , schöne Berichte aus Amerika zu lesen! Macht Euch weiterhin ein schönes Leben und lasst uns daran teilhaben.
Es grüßt euch der Wau Wau mit der Tante von dem Onkel und der Onkel
übrigens !!!!
Ich war erster!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
My very dear Pseudo-Alex ;-)
die richtige Alex ist wegen des Welcome-Paketes nicht verrückt, nein die ist sehr schlau: Erst mal gute Vorlage liefern und dann erwarten, dass das Christmas im Boston extrem getoppt wird :-)
Ob Alex dann ob Ordnung und Sauberkeit geschockt sein wird, hängt sehr mit an der Eifrigkeit des dortigen deutschen Reinigungsperosonales ;-)
Was muss eigentlich in USA alles schief laufen, dass man sich mitten in der Zivilisation zu Fuss in den Zoo bewegt ???
Bei dem Bild der "für Zwei" beim Italiener essenden Alex fällt mir gerade was ein: Gestern wurde die Großcousine wieder mal Tante, weil ihre Schwester einen Luis geboren hat.
Gestern bin ich in der Kersch der lieben netten Schwarzwald-Plauenerin begegnet. Diese sprach zu mir, dass wir doch immer schöne Gemeinschaft im Blog der Franzi hätten..... nur welcher Blog ist das denn gerade ? ;-)
Egal, einfach mal ganz liebe Grüss an der Plauener GermAMI-Mädels
sendet
Stephan
Liebster Stephan,
das Reinigungspersonal hier ist portugiesisch und kommt einmal die Woche zu dritt oder viert angerueckt, um dem chaotischen Hauszustand der Hostfamily etwas zu verbessern. Ich habe damit rein gar nix zu tun (ich glaube auch, dass die in meinem Zimmer das wenigste zu tun haben - sieht sowieso immer ordentlich aus;)
Ach nein, dass das auch schon wieder soweit ist...ein kleiner Luis..suess:)
Liebste Franzi,
das mit den portugiesischen Putzen kommt mir spanisch vor, was wiederrum der Alex nahe kommen sollte ;-)
Zum chaotischen Hauszustand der Hostfamiliy fällt mir ein Ausspruch meiner Mutter ein. Die sprach mal angesichts des Wohnungszustandes bei vier Kindern + Chaosmann und "drohendem" Besuch "Die Leute besuchen mich und nicht meine Wohnung " ;-)
Jetzt hat sie nur noch ab und zu Enkel im Haus und es sieht bei der Frau richtig gut aus ;-)
Übrigens ist da von meiner um die Ecke wohnenden kleinen Schwester Enkel Nr. 7 im Anmarsch und ich werde entweder zum 7. Mal Onkel oder endlich auch mal Tante :-)
Mir sind Wohnungen, die jederzeit wie geleckt und wie unbewohnte Möbelausstellungen aussehen irgendwie suspekt.
Tja und die Alex besucht ja schließlich dich :-)
@ liebe Alex,
damit dir dein Blog nicht ganz enteignet wird, kümmere ich dich auch mal um dich. So um dem 15. November herum lese ich gar nichts von Gastvaters geöffnetem Weinkeller......
Wäre also Glühweinschmuggel doch angesagt gewesen ?!?! Oder ist das eine zu weiche Droge für Mädels, die im Zoo des Konsumes von Marihuana verdächtigt werden ;-)
hallo chaos-frau! ;)
wir haben hier das gleiche wetter wie ihr letztes we - zum glück muss ich genug für die uni machen und komm kaum raus ;)
und heute nachmittag bin ich zu einer richtigen kindergeburtstagsfeier eingeladen, meine freundin feiert ihren 21. ;) (ich freu mich vor allem aufs topfschlagen *hihi*)
ein schönes we und wieder besseres wetter!
lg anika
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