Samstag, 3. Januar 2009

New York in 24 Stunden - ein Jahreswechsel der besonderen Art

Noch bis zum späten Abend saßen wir am 30.12 bei der Franzi in Boston und haben uns einen schönen Plan für die bevorstehenden 24 Stunden in New York gemacht, inklusive Adressen, U-Bahn Verbindungen, usw.
Es kam, wie es kommen musste, das Leben läuft nun mal nicht nach Plan.
6 Uhr aufgestanden, den riesigen Koffer geschnappt, zur T-Station gelaufen, mit der T zum Bahnhof gefahren, in den Bus nach New York eingestiegen.
An dieser Stelle folget der ersten Cut. Wieder einmal war das Wetter nicht unsere Freund und so wurden wir auf der Autobahn vom Schneesturm eingeholt. Mit knapp 2 stündiger Verspätung kamen wir dann in Manhattan an und das Abenteuer konnte losgehen.
3 pm
erstes Problem: wir bekomme ich meinen riesigen Koffer los?
Seit dem 11.9. gibt es in den USA keine Schließfächer auf Bahnhöfen mehr und der Mann von der Gepäckannahme im Bahnhof lies sich auch nicht überreden, da ich keine Zugfahrkarte hatte.
Letztendlich wurde ich mein Gepäck trotzdem los, in einer etwas dubiosen Gepäckannahme.
4pm
Wir steuerten unser erstes Ziel an, das Metropolitan Museum of Art.
Leider hatten wir nicht einmal mehr eine Stunde Zeit, für ein Museum, für das ein ganzer Tag zu kurz ist. Positiver Aspekt jedoch war, dass wir kein Eintritt zahlen mussten und warm war es auch noch ;) Und wir konnten zumindest einen kleinen Einblick in wohl eines der beeindruckendsten Museen der Welt bekommen.
5pm
noch im Museum erreichte uns der Anruf von der Berit, dass ihr Bus mehr als 3 Stunden Verspätung hatte.
Wir wurden unterdessen förmlich aus dem Ausstellungsbereich herausgefegt und entschieden uns erst einmal etwas zum Abendessen zu suchen. Also überqueren wir die 5th Avene und nahmen Kurs auf die Lexington Avenue.
6pm
Es war doch einfach unglaublich, da liefen wir auf einer der Hauptstraßen von New York entlang und konnten trotzdem nichts brauchbares zum Abendessen finden. (und da waren wir nicht mal wählerisch, ein einfacher MC Donald hätte schon gereicht)
7pm
Endlich, halb durchgefroren und ausgehungert fanden wir uns in einem gehobeneren Fastfood Restaurant wieder und waren unsicher über die weitere Abendplanung
8pm
Um die Lage abzuchecken, fuhren wir mit der U Bahn zum Time Square. Dort war bereits fast alles abgesperrt und so folgten wir einfach dem Menschenstrom. Irgendwann erkundigten wir uns bei einem Polizisten über die aktuelle Lage und wurden auf den Boden der Tatsachen versetzt (viele Tausenden Menschen warteten bereits seit den frühen Morgenstunden dort und ab 11 Uhr am wurden bereits die ersten Zuläufe geschlossen).
9pm
Ein Fünkchen Hoffnung gab es dennoch und ohne richtig zu wissen was wir taten, liessen wie uns von der Menschenmasse mittreiben zum nächstmöglichen Einlass. Zwischendurch wurden mal noch schnell 3 weitere Kleidungsschichten angezogen.
Durch die ersten beiden Kontrollen kamen wir noch ohne Probleme, scheiterten jedoch an der letzen Kontrolle vor dem Time Square. Der Grund war unsere Rucksack (obwohl uns vorher 3 Polizisten bestätigt hatten, dass man auch mit einem Rucksack drauf kommt).
Im Nachhinein meinte es das Schicksal wohl bloß gut mit uns, denn soweit hinten hätten wir sowieso fast nichts mitgekriegt, geschweige denn irgendetwas gesehen
Ein Alternativplan musste her.
10pm
Alternativplan Nummer ein scheiterte, denn der Rockefeller Center hatte bereits 10 pm zugemacht.
11pm
Mittlerweile war auch die Berit dem Schneesturm in Boston entflohen und wir holten sie am Bahnhof ab.
Schnell ging es zur U Bahn in Richtung Greenwich Village, ein Vergnügungviertel.
Das erste Pub war leider voll, doch mit dem zweiten erzielten wir den Hauptgewinn.
Zum einen war es ziemlich cool gestaltet, mit sprechenden Gruselfiguren an den Wänden und einem Klo, bei dem man eine Geheimtüre im Bücherregal nehmen musste, zum anderen fragte uns keiner nach einer ID und so kamen wir zu unserem ersten Cocktail seit 5 Monaten.
12 am
Ausgestattet mit Champagner, Krönchen, Tröten und Luftschlangen (Feuerwerke jeglicher Art sind in den USA nicht erlaubt) blickten wir gespannt auf die Bildschirme um pünktlich am Time Square die Kugel fallen zu sehen. Und so begrüßten wir mit viel getröte und geschrei das Neue Jahr.
1 am
Während mehr und mehr Menschen dank gewisser Ethanolauswirkungen zu unserer Belustigung dienten (und wir auch zunehmend darüber lachen konnten - ja, man ist eben echt nichts mehr gewöhnt) entschieden wir uns noch für ein weiteres Getränk (das diesmal aus einer Spritze kam) schon allein um noch nicht in die eisige Kälte nach draußen zu müssen.
2 am
Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem wir die New Yorker Nacht der Aufdringlichkeit einiger männlicher Pubbesucher vorzogen.
Und was macht man Mitten in der Nach in New York? Richtig, man fährt erst einmal U Bahn und erfreut sich wie viel besoffener die Menschen um uns herum waren.
3pm
der Plan war Window Shopping auf der 5 th Avenue, aber anscheinend wurde New York seit unserem letzten Besuch umgebaut ;) , zumindest konntet wir die ganzen tollen Geschäfte (D&G, Gucci, Prada,...) nicht finden.
4pm
...und wir liefen immer noch, entlang des Broadway, weiter auf der 5th Avenue, durch die Central Station, eben quer durch New York und waren etwas enttäuscht, wie wenig doch auf den Straßen los war.
(ja, wie New York sehen wir tatsächlich nicht aus, eher wie eine Polarexpedition)
5 pm
Der angepeilte Zeitpunkt für das Frühstück rückte näher und wir machten uns auf den Weg einen geeigneten MC Donalds zu finden (an alle Freunde der gesunden Ernährung: das ist tatsächlich die einzige Frühstücksmöglichkeit die man am 1.1. 5 Uhr morgens auftreiben kann)
Das hätten wir uns jedoch auch ersparen können, denn der Kaffee war kalt, die Eierkuchen wie Pappe und nicht mal warm war es.
6 pm
ohne Worte
7pm
auf gings zur Island Staaten Ferry.
Und endlich ging mal ein Teil des Plans auf, so fuhren wir bei wunderschönsten Winterwetter der Freiheitsstatue entgegen, mit der beeindruckenden New Yorker Skyline im Rücken.
8 pm
...und wieder zurück, diesmal auf die Skyline zu fahrend.
9pm
Nächster Teil des Planes war Neujahrsgottesdienst. Dafür hatten wir uns eine Kirche in Astoria rausgesucht. Eine gute Entscheidung, denn die U Bahn Fahrt dahin dauerte eine ganze Weile und das gab uns Gelegenheit ein kleines Schläfchen zu halten. Irgendwann musste der Schlaf dann trotzdem unterbrochen waren und wir fanden uns in einem niedlichen Stadtteil, mit zahlreichen Backsteinhäusern wieder.
Da wir noch genügend Zeit hatten, stoppten wir noch für ein zweites, um Weiten besseres Frühstück.
10pm
Ja, man kam sich schon etwas seltsam vor, im Outdoor - Polarexpeditionslook, neben den ganzen schicken Menschen im Anzug. Einer der Gründe warum wir die letzte Reihe bevorzugten So sahen wir auch einige Menschen vor uns, die gelegentlich mal Zusammenzuckten oder in den Kurzschlaf fielen. Wir blieben stark und hielten tapfer durch.
11pm
Nach dem Gottesdienst wurden wir persönlich von den Priestern begrüßt und es wurde uns eröffnet, dass wir Teil einer Wette waren (Wer von uns schläft zuerst ein?). Jedoch lagen wohl alle falsch, denn nicht wie vermutet die Franzi, sondern die Berit hatte für kurze Zeit ihr Augen mehr als einen Wimpernschlag zu.
Wie schlimm wir ausgesehen haben mussten, sei mal noch daran verdeutlicht, dass wir noch auf Kaffe und Kuchen eingeladen wurde. Das Angebot wurde aber dankend abgelehnt, wir hatten ja noch weitere Pläne.
12pm
Auf ging es zum Empire Staate Building, denn der sonnig klare Tag bildete einfach die besten Voraussetzungen für einen Blick auf New York von oben.
Diese glorreiche Idee hatten neben uns jedoch zahlreiche weiter New York Besucher, was bedeutete das wir 3 Stunden in der Kälte hätten warten müssen.
1 pm
Mittlerweile zu Mastern des Alternativplanes aufgestiegen, fuhren wir auf den Time Square.
Dort erinnerte fast nichts mehr an das nächtliche Spektakel.
Bei herrlichster Wintersonne bewunderten wir einmal mehr die von allen Seiten flimmernde Reklame, "Dinge, die die Welt nicht braucht" im M&M Haus und den Klassiker das Hardrock Café.
2 pm
Die verbleibende Zeit war nun gezählt und so fuhren wir zurück zum Bahnhof um erst einmal mein Gepäck abzuholen.
3pm
Noch eine kleine Stärkung und dann hieß es auch schon Abschied nehmen.
Das fiel auch gar nicht so leicht, denn für die Franzi und mich ist es aller Voraussicht nach ein Abschied für 6 Monate.
4 pm
während die Franzi und die Berit in den Bus nach Boston einstiegen, stand für mich eine letzte Fahrt quer durch New York mit U-Bahn (ja, den Plan können wir jetzt fast auswendig aufsagen) und Bus an.

Alles weitere verlief ohne Komplikationen und pünktlich um 11 wurde ich von einer Freundin vom Detroiter Flughafen abgeholt.
Glücklich über die letzen zwei Wochen und sichtlich geschafft fiel ich im menschenleeren Haus in mein Bett (meine Familie verweilte zu der Zeit noch in der Sonne).

P.S.: Vielen Dank an die Franzi für wunderschöne Tage in Boston und an die beiden New York Mitstreiterinnen für einen unvergesslichen Jahreswechsel.

2 Kommentare:

Anika hat gesagt…

ihr macht aber auch sachen! 3 deutsche mädels allein in new york ;)
wow es klingt nach ganz viel spaß u tollen erlebnissen!

Anonym hat gesagt…

wohow...das klingt ja mal nach einem ausergewöhnlichen Silvester!
ey alex...du solltest n buch darüber schreiben..:-D nach dem Motto...was wir vorher geplant hatten und was wir am ende tatsächlich gemacht haben!
nuja...aber bei dem cocktails....ich find die sehen eher aus wie Milch:-D
aber nuja;-)
nuja dann
viel spaß
guß und kuss
franzi