Donnerstag, 23. Oktober 2008

schalOm (שלום ) -  Zehn Tage ohne Gastmutter

10 Tage in denen die Kinder viel zu oft frei hatten (5 Tage jüdische Feiertage und 2 Tage Wochenende), Tage an denen mein Gastvater zum Teil von 7am bis 10pm arbeiten musste und mit dem Detroitmarathon am Sonntag trotzdem noch den speziellen Kick brauchte, Tage an denen ich mir am Abend vorher immer schön überlegt hab was ich am nächsten Tag kochen werde und dann gab es spontan einen Anruf z.B. dass ich heute mal ein Essen machen soll, das ganz schnell geht, weil uns mein Gastvater 30 Minuten später abholen wollte um ins Kino zu gehen (Bildungskino zur aktuellen Stammzellenforschung mit anschließender Diskussionsrunde mit Politkiern und Wissenschaftlern) oder einen anderen Tag sind wir Essen gegangen (Pastaparty am Vorabend des Marathons). Trotz alledem war es eine angenehme Zeit mit meinem Gastvater. Am Freitag hab ich im richtigem Moment die richtige Frage gestellt, irgendetwas belangloses über Wein und habe daraufhin eine mit Begeisterung abgehaltenen Einfürung in sein großes Hobby den Weinkeller bekommen. Der ist ziemlich beeindruckend, mit Weinen aus aller Welt. Danach haben wir uns eine gute Flasche Californischen rausgesucht, geleert und dabei zunehmend lockerer geplaudert. Toll fand ich zum Beispiel: als wir über Israel und den Nah-Ost Konflikt gesprochen haben, meinte er, dass ich mich vielfältig informieren sollte um mir eine eigene Meinung zu bilden, da seine Meinung allein - mein Gastvater unterstützt Israel - zu sehr beeinflussend ist.
Gestern kam dann meine Gastmutter wieder und ich hab als kleines Dankeschön ein paar israelische Süßigkeiten bekommen.

Wer auch gelegentlich vom sächsischen Gymnasium deprimiert wurde, dem sei das amerikanische College ans Herz gelegt. Es ist nicht so das ich unterfordert bin, so schauen wir zum Beispiel nächste Woche einen Film in Spanisch und müssen ein Essay dazu schreiben, großzügigerweise nur die Hälfte davon in Spanisch (zum Glück habe ich ein spanisches Au Pair als Freundin;) und in Economics müssen wir bis Anfang Dezember eine 4-seitige Ausarbeitung über die aktuelle Finanzkrise machen. Vor dem Mitsemesterexamen in Spanisch habe sich alle so dermaßen fertig gemacht, war fast wie Abi, nur das wir dann eben Vokabeln unter bunte Bilderchen geschrieben haben oder eine E-mail an unseren mexikanischen Brieffreund schreiben mussten. Hier mal ein kleiner Auszug aus der letzten Lektion (mit sehr wertvollen Vokabeln): Tengo que limpiar los cuartos, pasar la aspiradora, poner la mesa, lavar y planchar la ropa, sacar la basura y preparar la comida porque nuestra casa es un desastre.
Wer den Satz richtig übersetzen kann, bekommt ein Eis :).

Montag, 13. Oktober 2008

Was man hier nicht so alles mitmacht:

Politik: Der Wahlkampf nähert sich dem Höhepunkt und in meiner Familie wird mittlerweile Politik regelrecht zelebriert. So hatten wir z.B. zur Debatte der Vizepräsidenten 20 Gäste im Haus. Was da vor dem Fernseher abging muss man sich in etwa wie ein gemeinsames Champions league Finale Schauen vorstellen, bei dem beide Seiten vertreten sind....nur eben ohne Fußball.
Essen: Den einen Tag hat man ein ganzes Tier auf dem liegen (Hummer), das dann in mühevoller Kleinstarbeit auseinandergenommen werden musste.(um dies zu meistern gabs eine halbe Chirurgenausrüstung). Im Gegensatz dazu durfte von Dienstag Abend bis Mittwoch Abend nichts gegessen werden, dies besagt die jüdische Yom Kippur Tradition.
Halloween: Ist zwar erst in zwei Wochen, trotzdem kann man sich den Vorbereitungen mittlerweile nicht mehr entziehen. So hab ich beim Blick aus dem Küchenfenster seit zwei Wochen diese Sicht auf das Haus des Nachbarn.
Unter besonderer Beobachtung: steht man hier, wenn man als unter 21-jähriger abends weggehen möchte. Gleich am Eingang gibt es zwei dicke Kreuze auf die Hand und damit wird man dann den strengen Blick der Security auch den ganzen Abend nicht mehr los. Als Trost gibt es für einen allerdings den ganzen Abend alkoholfreie Getränke kostenlos.
eine neue Sportart: ob im Garten oder im als Minispiel im Hobbytraum, der Leidenschaft der Jungs für Hockey kann man sich nicht entziehen. Und was soll man machen, wenn der 11jähirge Hockeyprofi (3-4 mal wöchentlich Training) von 50cm Entfernung auf dein Toor ballert.
Ja, da zieht man lieber den Kopf ein.
Israel: Dahin geht es die nächsten 10 Tage für meine Gastmutter und Aidan. Die Sorgenfalten stehen ihr auf der Stirn geschrieben. Aber mein Gastvater ist ganz optimistisch, dass wir den Laden auch ohne sie schmeißen. Ich wurde jedenfalls mit einer Menge an Listen ausgestattet, Kochvorschläge (natürlich immer nach dem Eiweiße/Kohlenhydrate/Vitamine Prinzip), sämtliche Termine sowie Telefonnummern und Adressen aller Ärzte, Freunde, Hockeykollegen,...die in den nächsten 10 Tagen eine Rolle spielen.

P.S.: Ich wurde diese Woche auf meine Kommentareinstellung hingewiesen und habe das auch sofort geändert, ab jetzt könnt ihr auch anonym kommentieren. Wer also hier gelegentlich mal vorbeischaut und mir seine Meinung mitteilen möchte oder eine Frage hat oder mich grüßen will:), der sei dazu herzlich eingeladen!!!!

Montag, 6. Oktober 2008

Herbstanfang, Crosslauf und ein neues Auto

Ja, jetzt ist es auch bei uns Herbst geworden. Nach einem sommerlich warmen September sank das Thermometer zum Oktoberanfang schlagartig um 10-15 Grad. (wie habens jetzt hier so 8-10 Grad). Und jetzt beginnen auch die Bäume Farbe anzunehmen. Ich glaub es schneit bald.

Ganz unverhofft bekam ich am Donnerstag nach dem College einen Anruf von Jack, dass ich doch bitte sofort mit meinem Auto zum Autohaus fahren solle. Dort angekommen hatte ich nicht einmal richtig Zeit mich von meinem kleinen Van zu verabschieden (wie hatten uns in den letzten beiden Monaten so schön aneinander gewöhnt ;) , ich bekam den Autoschlüssel meines Gastvaters in die Hand gedrückt und ab gings mit seinem Auto (GM Yukon XL - viiiieeeel zu groß) zur Schule die Kiddies abholen. Am Abend wurde mir dann das neue Auto vorgestellt, mit jeder Menge Schnickschanck wie z.B. 3 Fernseher. Auf die Frage wie ich es fände, meinte ich, die Farbe sei schön (falsche Antwort *g* - wie als ob es mir nicht egal sei, was ich für ein Auto fahre bei Speedlimit und Automatik. Und von den Fernsehern hab ich ja auch nicht allzuviel). Diese Woche gibt es dann die Einweisung für das neue Auto und dann werd ich damit rumkurven.

Der gestrige Sonntag war ganz in meinem Sinne. Früh ging es zu einem Crosslauf. Diesmal war die Strecke nur halb so lang (5 km), dafür war es allerdings mehr ein Berglauf. Da ich in meinem Ort nach Hügeln vergeblich suche, stellte die Strecke schon eine kleine Herausforderung dar. Trotzdem kam ich irgendwie als erster meiner Altersklasse in Ziel (Zeit: 26.04) .
Am Nachmittag stand mal wieder ein buntes Programm aus Fußballplatz und Eishockeyhalle an. Mittlerweile kenn ich schon die meisten Eltern aus Jonah`s Fußballmannschaft und somit hab ich auch immer Gesprächspartner während der Spiele.
Und am Abend war für mich Volleyball angesagt. Ich hab jetzt in meiner Nähe eine gute Möglichkeit gefunden, zweimal in der Woche Volleyball zu spielen. Eine rießige Halle mit 9 Volleyballfeldern und auch ein ziemlich hohes Niveau der Spieler. Gestern war ich zum Beispiel mit einer Studentin in der Mannschaft, die zwei Jahre Nationalliga in der Niederlande gespielt hat. Und weil sie sehr interessiert an Europa ist (auf solche Menschen trifft man hier nicht allzuhäufig), werden wir uns diese Woche auch mal auf einen Café treffen.

Aidan, mein "Kleinster" kann manschmal ziemlich niedlich sein. So bekam ich letze Woche von ihm eine Rose zum aufklappen geschenkt, mit Ohringen darin, die hatte er beim Einkaufen mit seiner Mutter entdeckt. Außerdem wollte er letzte Woche mit mir Cookies backen, also haben wir in meinem Laptop nach einen geeigneten Rezept gesucht (diesmal mit amerikanischen Maßeinheiten) und haben ca. 80 Cookies gebacken. Da war es auch egal, dass ich mich dabei verbrannt habe und sich nun auch der Ofen neben der Waschmaschine und der Kloospülung bei mir unbeliebt gemacht hat.
Außerdem wird man von ihm immer ordentlich auf Trapp gehalten, so muss ich beim gemeinsamen Hockeyspielen immer eine gewisse Anzahl an Liegestützen machen, falls er mal wieder mit einem seiner Superschüssen das Tor trifft.

Samstag, 27. September 2008

In einem der größten Stadien der Welt

Heute morgen hieß es zeitig aufstehen. Jonah hatte ein Fußballturnier in Lansing, der Hauptstadt von Michigan. Und das erste Spiel war bereits um 8.


Als Kapitän zeigte Jonah seiner Mannschaft wo es langgeht und die von ihm geführte Abwehr hatte alles bestens im Griff, beide Spiele des Tages wurden 1:0 gewonnen. Nach dem ersten Spiel gings erstmal in das nächste Restaurant zum Frühstücken und danach meinte mein Gastvater, dass ich von der Hauptstadt noch ein bißchen mehr als das Fußballfeld sehen sollte. Auf gings zum sightseeing. Das sah dann so aus, dass wir mit dem Auto einmal quer durch die Stadt fuhren, vorbei an sämtlichen Regierungs- und Repräsentantenhausgebäuden. Dafür schauten wir uns den Campus der Michigan State University etwas genauer und zu Fuß an. Und Jack war überglücklich, dass ich seine Begeisterung für Universitätsgelände und Sportstätten teile. (Ich bin wirklich der Meinung, dass die Universitäten mit das tollste sind, was Amerika zu bieten hat. Die Dimensionen der dazugehörigen Sportanlagen sind unvorstellbar).
Am Nachmittag fuhren wir dann gemeinsam nach Ann Arbor. Dort stand am heutigen Tag ein Footballspiel der University of Michigan an. Wie schon einmal erwähnt, ist das Michigan Stadium mit einer Maximalbelegung von 130 000 Zuschauern eines der größten Stadien der Welt.
Vor dem eigentliche Spiel, gab es erst einmal ein Show mit rießigem Blasorchester, sowie ganz vielen Chearleadern. Außerdem wurden einige Eherengäste begrüßt, Olympiateilnehmer der Michigan University u.a. Michael Phelps.
Am heutigen Tag war das Stadion mit 118 000 Menschen gefüllt, eine großartige Stimmung und Akustik. Nach einem Rückstand von 18:00 gelang der heimischen Mannschaft ein unglaublicher 27:25 Sieg (das zweitgrößte Comeback in der über 100 jährigen Geschichte der Mannschaft).
Was hinterher auf den Straßen um das Stadion los war, lässt sich schwer in Worte fassen.
Who cares about the ruels....war ziemlich lustig anzusehen, wie die Spieler sich immer so aufeinander gestürzt haben.
Jonah (im Vordergrund) und ich und alle anderen hatten Spaß. Ein richtig toller Tag!!!


Morgen habe die Jungs wieder jede Menge Sportveranstlatungen und da mein Gastvater arbeiten muss, bin ich voll mit im Einsatz.
Ab Montag beginnen dann die Rosh Hashannah Feiertage, das heißt Schulfrei für die Kinder von Montag bis Mittwoch.

Sonntag, 21. September 2008

Kurzurlaub Up North

Fragt man die Menschen in Michigan nach attraktiven Reisezielen in ihrem Staat bekommt man zu 99% "Up North - Mackinac Island" als Antwort. Zusammen mit einigen anderen Au Pairs wurde der Entschluss gefasst, dem selbst einmal nachzugehen. Am Freitag Nachmittag machten wir uns auf die Reise mit dem Ziel Lake Huron an der Nordspitze von Michigan. Nach 4,5 stündiger Fahrt mit 7 Leuten im Auto wurde der Hotelpool nach der Ankunft dankbar ausgetestet. Am Morgen gings dann mit der Fähre auf Mackinac Island.



Während der Fährfaht hatten wir unteranderem einen tollen Blick auf die Mackinac Bridge.
Eines der besonderen Reize der Insel besteht darin, dass keine Autos fahren dürfen. Deswegen fand die erste Erkundungstour mit der Pferdekutsche statt. Vorbei gings an niedlichen alten Häusern und sehr schicken (sehr teuern Hotels) in das Innere der Insel, eine Art Nationalpark. Natürlich wurde auch oft genug gestoppt um den zahlreichen Fotowünschen nachzugehen oder einfach nur die herrliche Aussicht zu genießen.



Weiterhin stand ein Besuch von Fort Mackinac (ein historische Rekonstruktion) sowie des Sommerhauses der Gouvaneurin von Michigan an. Natürlich testeten wir auch die inseleigenen Delikatesse "Fudge", eine ziemlich süße, sehr weiche und zähe Schokolade in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Dabei profitierten wir von den tollen Seiten Amerikas, zum einen, dass man alles kosten und probieren kann, zum anderen, dass es überall kostenlos Wasser gibt. Um einen noch tolleren Eindruck von der Insel zu bekommen, entschlossen wir uns die Insel im 8 Meilen langen Küstenweg zu umradeln. Kurzerhand mieteten wir uns Tandems. Ich hätte nie gedacht, dass Tandemfahren so leicht ist und sooo viel Spaß macht. Auch an landschaftlicher Schönheit war die Tour kaum zu überbieten.


Den tollen Tag ließen wir in Mackinc City ausklingen.
Für die Rückfahrt am Sonntag wurde ein Stop in Frankenmuth beschlossen, eine Stadt die mehr oder weniger deutsch geprägt ist. Lustigerweise wurde an diesem Wochenende dort auch ein kleines Oktoberfest zelebriert. An Bier wurde erst gar kein Gedanke verschwendet, stattdessen wurde eine "Bratwurst" ausprobiert. In den kleinen Geschäften fanden wir auch Dinge wie Maggitütchen, Bahlsenkekse, Milkaschokolade, Adventskalender und Pumpernickel. Ja, sowas kann nach knapp 8 Wochen USA schon etwas Glücksgefühle hervorrufen.




Dienstag, 16. September 2008

Eindrücke einer (ganz normalen) Woche

Das Wochenende mit allen seinen Plänen ist leider vollständig dem Regen zum Opfer gefallen.
Aber Alternativen wurden geschaffen.

Einladung zum Barbecue bei meiner niederländischen Freundin. Es gab vorallem eins; ganz viel Fleisch. Ein Rätsel ist mir immer noch ob die Amerikaner tatsächlich glauben, 15 Mann könnten je im Leben 40 ca. 15 cm lange Kämme Rippchen essen.


Solche Fragen tauchen, beim Kochen mit anderen Au Pairs jedenfalls nicht auf.

Am Sonntag Morgen folgte ich einer südafrikanischen Freundin in die Kirche (eine Schulaula, die Sonntags als Kirche dient) Das war ziemlich anders, als die Gottesdienste die ich bisher gesehen habe, der Pfarrer trug `normale´ Kleidung, es spielte zum Anfang eine Rockband und es wurde mit Filmsequenzen gearbeitet, richtig toll, und eine propevolle Aula als Bestätigung für das anscheinend populäre Konzept
Natürlich wird auch weiterhin mit vollem Einsatz an der Tenniskarriere gefeilt;). Eine Alternative, da ich mich bisher volleyballmäßig noch nicht nach meinem Geschmack austun kann. Am Samstag, war ich bei einem Volleyballkurs, das war allerdings nicht so das wahre, dafür hab ich 5 weitere Möglichkeiten in unserer Umgebung bekommen, die werd ich jetzt ausprobieren und bis dahin trainier ich meinen Schlagarm beim Tennis. Mit den beiden kleineren Jungs gings diese Woche zu einem Sportshop, wo ein sehr berühmter Eishockeyspiele zum Autogrammschreiben und Fotos mit dem NHL Pokal machen zur Verfügung stand.

Beim Fußball haben alle Anfeuerungen diese Woche nicht geholfen, alle drei Jungs haben ihre Spiele verloren.

Auf was man hier nicht alles achten muss: als ich mit dem Jungs den Treffpunk für die Schule ausmachte, meinte ich: `we meet at the christmas tree next to your school´. Daraufhin musste meine Gastmutter lachen, auf meinen verdutzten Blick, erklärte sie mir, dass keine christmas trees neben jüdischen Schulen stehen.

von Jonah (13) wollte ich Wissen ob er gerne den Geschichtsunterricht besucht. In etwa seine Antwort: Ich mag Geschichte, aber nur die amerikanische, denn wir sind erfolgreich, unabhängig, haben die Weltmacht und gewinnen jeden Krieg. Während Deutschland den Iranern hilft Atombomben zu bauen (*???*), hilft Amerika Israel beim Aufbau eines eigenen Staates. Amerika führt den Irakkrieg zur Terrorbekämpfung, denn anderenfalls hätte es einen Krieg auf amerikanischen Territorium gegeben.
Was soll man darauf antworten? Falls das wirklich die Ansicht ist, die die Kinder in der Schule vermittelt bekommen, wundert mich nichts mehr.

Gelegentlich werden meine Logistischen Fähigkeiten abverlangt, wenn z.B. innerhalb von 4 Stunden Jonah, Aidan und 4 weitere Kinder aus unserem Ort von der Schule abgeholt werden müssen, Aidan und Jonah beide sowohl Fußballtraining als auch Hockeytraining (an einem Nachmittag!!!) an 4 unterschiedlichen Orten haben, Aaron und zwei weitere Freunde von der High School nach Hause gefahren werden müssen. Die Entfernungen liegen bei ca. 5 - 25 Meilen. Natürlich sollten alle Kinder auch ihre Hausaufgaben gemacht haben und ein gesundes Dinner gegessen haben. Man gewöhnt sich an alles, auch das man für sich + 5 weitere Personen mitdenken muss (anderenfalls fährt man liegengebliebene Hausaufgaben zur Schule oder vergessene Handys auf Arbeit)

Oft gibt es auch wirklich tolle Momente mit den kids: Ich stand in der Küche, schnitt Zwiebeln und war auch ordentlich am heulen, da kam Aidan mit einem Kaugummi zu mir und meinte, dass das hilft, das ich nicht mehr weinen muss.

back to school: heute stand der erste Test in Spanisch an und vorher waren 10 Seiten Hausaufgaben abzugeben (wie fatal geglaubt zu haben, nach dem Abi seien solche Zeiten vorbei). Mein neuer Laptop hatte mich die letzte Woche doch das ein ums andere Mal vom Lernen abgehalten und so war mein Gefühl vorher eher gemischt, hinterher dafür umso besser. Ich hätte auch gerne mal solche Lückentexte in Englischklausuren gehabt, oder Bilderchen wo man nur die Vokabel darunter schreiben muss. Das Ergebnis gabs ab Abend im Internet. Tolle Sache, nützt einem bloß nichts, wenn man keine Ahnung hat was die ganzen Punktwerte und Prozentzahlen auf dieser Seite zu bedeuten haben. Also heißt es doch abwarten bis zur nächsten Stunde.

Sonntag, 7. September 2008

gelegentlich mal eine sportliche Herausforderung

...muss auch in Amerika sein. Ohne Frage, deshalb meldete ich mich fuer den 10 km Detroit Zoo Lauf an. Wo auch immer man sich auf deisem Erdball befindet, Crosslaufe habe eine magische Anziehungskraft fuer Regen. Wir hatten die letzten 3 Wochen strahlenden Sonnenschein hier, und als ich mich heute morgen 7 uhr auf den Weg macht, schuettete es wie aus Kannen. Das freundliche Laufteam gab mir im Startbereich erstmal ein neues T'shirt. Gemeinsam mit hunderten anderen Teilnehmern, gings puenktlich 8 uhr (die amerikaner rennen gerne frueh am Morgen) los. Bei 10 km sei es auch gestattet fuer das Olympische Motto zu rennen:), deswegen wirds hier keine Zeit geben (Papa, ich weiss doch das du Laufstatistiken liebst:
runwilddetroitzoo.com). Sagen wir mal,ich hab mir genuegend Raum fuer Verbesserungen gelassen, deswegen war ich auch etwas ueberrascht, dass es fuer Platz 2 in meiner Alterskategorie (15-18 Jahre) gereicht hat. Das das kostenlose Massageprogramm nach dem Lauf mitgenommen wurde, steht ausser Frage.

durchgeweichte, und etwas zerstoerte Alex nach dem Lauf;)

Das Sport in meiner Gastfamilie einen hohen Stellenwert hat, sei an dem Besipiel verdeutlicht, dass mir mein Gastvater nach dem Lauf die 20 $ Startgebuehr + Finisherbonus bezahlt hat, fand ich eine nette Geste.

Nach dem Lauf, gings mit meiner chinesischen Freundin in die Shoppingmall, zum einen kaufte ich mir endlich einen MAC (und bekan einen I-Touch sowie einen all-in-one Printer gratis dazu). Das wird mich Techniktrottel in den naechsten Tagen ersteinmal vor einigen Herausforderungen stellen. Zum anderen, musste ich mir endlich mal ein paar neue Hosen kaufen. Ich hab mir zwar in den letzten 5 Wochen die allergroesste Muehe gegeben, meine 5 paar sommerhosen + einen Rock abwechselnd zu tragen, allerdings duerfte mein Hosenmoeglichkeitenlimit mittlerweile auch Aidan aufgefallen sein. Das der Mallbesuch nicht nach 3 Hosen beendet war, duerfte besonders den weiblichen Lesern klar sein. In Deutschland haette ich wahrscheinlich das 4 fache gezahlt, nur fuers Gewissen. (zum Vergleich: 3 Hosen (adidas,roxy,esprit + nike schuhe + ck Oberteil = 70$, am Freitag war ich mit meiner Gastmutter Lebensmittel + Getraenke kaufen, die 1500$ haben mich schon etwas vom Hocker gehauen)

Ab Dienstag, ging letztendlich auch fuer die beiden Kleinen die Schule los und mein Tagesplan wird so langsam geregelt. Fuer alles dies es interessiert hier mal der Stundenplan von Aaron (der Aelteste, juedische Privatschule):1 Stunde: US History Honors, 2. Stunde: Geometry 3. Stunde: Bible, 4.Sunde: Chemistry, 5.Stunde: Study Hall, 6.Stunde: American Litterature, 7.Stunde: Intro to Talmud, 8.Stunde: Modern Hebrew, 9.Stunde: Sports Meiner Ansicht nach ist der Stundeplan etwas einseitig.

Die beiden "Kleineren" werden von mir waehrend der Hausaufgaben betreut, wobei die Hausaufgabenmotivation wohl weltweit die gleiche ist. Am Dienstag, gab mir Aidan waehrend seiner Hausaufgabenzeit eine Hebraeisch Kurs, bloed nur, dass ich erst nach 20 Minuten merkte, dass das nicht wirklich Haebraeisch war. Und waehrend ich am Donnerstag Jonah die Regeln zum Loesen von Ungleichungen erklaerte, wollte er mir viel lieber von seinen Schulfreundinnen erzaehlen, was er dann auch tat, wobei er * total niedlich ruebergebracht* erklaerte, dass er sich bei den Maedels alle Tueren offen haelt und sich deswegen noch nicht auf die eine Freundin festlegen will. Zumindest sind die Jungs und ich uns einig, dass die kleinen Hausaufgabengeschichten Amy nicht wissen braucht;)

Mit allen Moeglichkeiten ausgestattet, dachten sich meine hollaendische Freundin und ich, wir sollten und doch auch im Sport etwas dem Niveau unserer Familien anpassen. So trafen wir uns 3 mal diese Woche zum Tennistraining. Am Ende der Woche konnte der Zuschauer dann wohl auch bei genauerem hinschauen die Sportart definieren. Und es reichte am Samstag sogar schon zu einem Sieg ueber Aidan.

Diese Woche stand auch die erste Collegestunde Economics an, der Instructor ist ziemlich lustig (auch wenn ich nur 50% seiner Wortwitze verstehe). Vom Inhalt her war das meiste bekannt fuer mich und so konnte ich mich stattdessen auf die neuen englischen Vokabeln konzentrieren. Interessant ist auch, dass die gesammte Stunde in Gebaerdensprache uebersetzt wird, da einer der Studenten taubstumm ist.