Dienstag, 16. Dezember 2008

Alle Jahre wieder

Egal wo man sich auf diesem Erdball befindet, dem vorweihnachtlichen Stress kann man sich wohl nie wirklich entziehen.
Am zweiten Adventswochenende sind meine Gasteltern erst einmal für 4 Tage in den selbstbetitelten "Erwachsenenurlaub" nach Florida geflogen
Das heiß von Donnerstag Morgen bis Montag Morgen war ich mit den Kiddies allein.
Es gab mal wieder einen Plan, der allerdings 5 Minuten nach dem meine Gasteltern weg waren, über den Haufen geworfen wurde. Natürlich wollte jeder irgendwo hingefahren werden und wir man sich vorstellen kann, lagen die Zielwünsche nicht unbedingt in einer Richtung. Irgendwie konnten dann alle einigermaßen gut beschäftigt werden, was mir auch sehr lieb war, denn wären alle Kinder im Haus herumgesprungen, wäre es zum Schlachtfeld geworden.
Mit Aidan hatte ich auch eine kreative Aufgabe zu bewältigen, wir mussten eine Chanukha Tonne für den Chanukha Carnival dekorieren.
Außerdem verfluche ich jetzt schon alle Eishockey- und Basketballtrainer die ihre Trainings Sonntag auf 7.30 oder 8.00 Uhr morgens legen.


Letze Woche wurden im gesamten Land die Finals an den Unis geschrieben, so auch an meinem College. Und da ich mich ja auch nicht blamieren wollte, habe ich versucht so viel wie möglich von Bruttoinlandsprodukt, nationalen Schulden, unregelmäßigen spanischen Verben und co. in mein Gehirn reinzupressen. Auch wenn es in keinster Weise mit der deutschen Uni vergleichbar ist, war doch einiges zu lernen. Der Denkanspruch hielt sich letztendlich sehr in Grenzen, so konnte man sicher gehen, dass man, wenn man alles schön auswendig gelernt hatte, unter Garantie ein A bekommt - armes Amerika. Geschockt war ich auch, dass jeder die Tests mit Bleistift geschrieben hat. Und noch ein großer Unterschied ist mir aufgefallen, wirklich keiner hat versucht zu spicken.
Jetzt ist erst einmal bis Mitte Januar Semesterbreak angesagt.
Vor zwei Wochen kam Post, nicht etwa der Postbote oder der UPS Mensch, es kam ein ganzer LKW und mit ihm unser Icerink, mal wieder ein klassisches Beispiel wie verrückt die Amerikaner sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier in einem Gebiet mit einer der weltweit größten Eislaufhallendichte lebe. Aber das allein reicht nicht aus, nein, man braucht einen eigenes Eislauffeld im Garten. Nach zwei Tagen werkeln, schrauben und kleben stand dann das Swimmingpool ähnlich Gebilde, fertig zum Wasser einlassen. Und jetzt hofft jeder auf möglichst -20 Grad (Im Moment sind es so ca -15) um bald auch im Garten an ultrascharfen Slepp Shoots zu feilen.
Die letzen Tage waren zudem noch von zwei Überraschungen geprägt. Zum einen ist meine Gastmutter im Moment arbeitsmäßig für 3 Tage in Californien. Zum anderen gab es gestern Morgen einen Anruf von der Middle School, dass Aidan und Jonah keine Schule haben, da das Schulgebäude kaputt ist. Warum war das Diesterweg Gymnasium in 8 Jahren Schule eigentlich nie kaputt? Am Samstag bin ich für die Weihnachtseinkäufe in eine Outletmall gefahren. Ein typischerer amerikanischer Ort ist wohl kaum zu finden. Ich hab mich ein bisschen wie im Film gefühlt, eine unendliche Aneinanderreihung aller Marken, superkitschige Weihnachtsdeko, ein Foodcourt so groß wie die Stadtgalerie, kreischende Teenies, ja sogar ein halber Rummel war dort anzufinden.
An den letzten zwei Wochen kam ich auch etwas in Weihnachtsstimmung, letzte Woche war ich im Nussknacker Ballet und diesen Sonntag hatten wir große Au Pair Weihnachtsfeier.
Hier ein Suchbild (wo hat sich der Weihnachtsmann versteckt? ;) mit allen Au Pairs aus unserem Cluster und unserer Counslerin.
Ab morgen startet dann das große Kofferpacken. Zum einen fährt meine Familie ja 2 Wochen in den Urlaub (Colorado und Florida) und dafür brauchen die Kinder von Badesachen bis Skikleidung ihren halben Kleiderschrank. Und für mich geht Freitag Nacht auch schon die Reise los, dann werd ich das eiskalte Michigan erst einmal für einige Zeit gegen die weniger kalte Ostküste tauschen.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Und sie träumt von Chicago...

...das war jedenfalls bis Freitag früh der Fall. Solange, bis 3 befreundete Au Pairs und ich nach 2 Stunden Schlaf (das Familien Thanksgivingdinner war einfach zu zeiteinnehmend, kein Wunder bei den Tonnen und der Auswahl an Essen) uns auf den Weg zur Bushaltestelle nach Downtown Detroit begeben haben. Und 5 Stunden später befanden wir uns auch schon mitten in dieser beeindruckenden Stadt und wurden auch allerherzlichst begrüßt von einem strahlenden Sonnenschein. Im folgenden gibt es ein paar Highlights aus 3 Tagen Chicago.

Zum einen war da natürlich unser Hostel, super zentral gelegen und perfekt für das Au Pair Budget. Das Zimmer wurde sich mit 7 anderen Mädels geteilt und bestand aus 4 Doppelstockbetten und 8 Schließfächern mitten im Raum. Dabei war ich in einem sehr internationalen Zimmer von Hongkong über Paris. Für den Spitzenpreis gab es auch noch Frühstück, wobei man sich, wenn irgend etwas alle war, einfach im Küchenkühlschrak bedient hat und natürlich wurde auch selbst aufgewaschen.
unsere erste Erkundungstour verlief am Michigan See entlang der zahlreichen Parks. Im Hintergrund eine beeindruckende Sicht auf die Skyline.

eines der Wahrzeichen, der Buckingham Springbrunnen war aufgrund der eigentlich zu erwartenden eisigen Kälte schon in den Winterschlaf versetzt worden. Das Wetter war gnädig mit uns, die Bauarbeiter leider nicht.
Dafür hatten wir ein wenig weiter im Millennium Park jede Menge Spaß mit einem undefinierbaren Gebilde, in dem man sich auf die unterschiedlichste Weise spiegeln konnte.

Weiter ging es zum Navy Pier, ein kleines Vergnügunszentrum auf einem Steg im Michigansee. Und natürlich mussten wir auch eine Fahrt mit dem Riesenrad machen, schon allein um Skylinebild Nummer 132 - 178 einzufangen.
Das Highlight des Abends war, nach dem Verzehr einer berühmten Chicagoer Pizza, die Fahrt auf die Aussichtsplattform des Sears Tower, dem aktuell dritthöchsten Gebäude und nach dessen Bauende das höchste Gebäude weltweit. Das Ergebnis war Chicago bei Nacht, ein einziges Lichtermeer sowie laut Reiseführer der Blick auf 4 verschiedene Bundesstaaten. Da sich die amerikanischen Bundesstaaten allerdings in Sachen Straßenbeleuchtung ziemlich einig zu sein scheinen, konnte dieser Fakt nicht auf seine Richtigkeit überprüft werden.


Und so sieht der Sears Tower in Miniatur aus.

Am Samstag stand die Stadtrundfahrt mit einem historischen Stadtbus an. Dank Hopp On Hopp Of konnten wir an allen wichtigsten Plätzen aussteigen, von der riesigen Einkaufsmeile, die zum Teil so edel ist, dass man einen Termin ausmachen muss um bei Gucci, Prada & Co reinschauen zu dürfen über das Appartment von Oprah Winfrey bis zur Hershley´ s Schokoladenfabrik, die wohl populärste Schokolade in den USA und gleichzeitig der beste Beweis für die amerikanische Unfähigkeit Schokolade herzustellen. Eindrücke der Stadtbesichtigung:
Der Eingang zum Urwaldcafe bei dem einen, während man genüsslich seinen Cafe trinkt, jede Menge Tiere um den Kopf schwirren und auch sonst gehts da drin fast zu, wie im richtigen Urlwald.
Samstag Abend war dann der Weihnachtsmarktbesuch angesagt, angeblich der einzige in den USA. Wie der Name Christkindelmarkt schon verrät, waren die meisten Stände deutsch. Natürlich wurde auch der Plauner Vertretung einen Besuch abgestattet, jedoch auf die Bratwurst wurde dann verzichtet, die Preise waren einfach zu gepfeffert. Und bei $ 7 für einen Becher Glühwein lies es sich auch ohne großen Wehmut an diesem Stand vorbeigehen.
Auf Empfehlung von Maria´s Gastopa landeten wir dann in einem typisch amerikanischen Fastfoodrestaurant, inklusive bestem Entertainment, da dort Samstagabend Schauspielstudenten bedienen. Und da wir uns ja alle gerne ein bisschen zum Ei machen, hatten wir auch kein Problem damit Teil ihrer Show zu sein.

Am Sonntag waren dann die Schönwetterresourcen vollständig aufgebraucht und wir machten uns bei eisigem Schneestorm auf dem Weg in das "Museum of Science and Industry". Das war so groß, dass wir uns nur Teile der Ausstellung vornehmen konnten, zum Beispiel sahen wir einen beeindruckenden Film über den Grand Canyon im 360 Grad Kino.
Und eine Sonderausstellung über das Deutsche U-Boot U505 aus dem zweiten Weltkrieg.
Hier Teste ich gerade die unbequemen Betten im inneren des U-Bootes.

Den Rahmen bildete ein Ausstellung von ca 80 verschiedenen Weihnachtsbäumen aus aller Welt, wobei der typischste aller Bäume wohl der Amerikanische war.
Ein großartiges Wochenende in einer der schönsten Städte der USA mit einer Menge zurückgelegter Laufmeilen.

Dienstag, 25. November 2008

eine Woche voller Überraschungen

und so geht im den Dezember weiter.
Ganz lieben Dank an alle, die mir letzte Woche den Gang zum Briefkasten mit tollen Päckchen und Briefen immer wieder zu einer riesigen Freude gemacht habe. Das ist sooo lieb, obwohl die Meisten von der Entfernung her doch ziemlich weit weg sind, wart ihr auf einmal wieder so nah. Und vor allem auch ein großes Dankeschön an alle die, die sich an dem super Adventskalender beteiligt haben. Jetzt kann mein Dezember nur noch großartig werden und Weihnachten kann kommen.
Die letzte Woche verbrachte ich 4 Abende in Eishockeyhallen. Da diese zum Teil 50 Minuten Fahrtweg entfernt sind, zwischendurch nach Hause fahren sich deshalb nicht lohnt, hatte ich viel Zeit mein Buch weiter zu lesen.
Für Sonntag wurde ich gefragt, an einem Volleyballturnier teilzunehmen. (Manchmal trifft man unbewusst auf die richtigen Menschen und landet in einem E-mail Verteiler). Keine Frage, ich war dabei. Wir hatten eine sehr sympathische Mannschaft, Mix 3:3 und ich war auch nicht die einzige Ausländerin, denn es spielte noch eine Studentin aus Japan mit. Nachdem wir gegen alle 5 anderen Mannschaften gespielt hatten, durften wir uns über Platz 2 einen Volleyball und den Sprung ins kühle Nass freuen, denn wir waren mal wieder in einem super College und da ist natürlich ein tolles Schwimmbad gleich neben der Sporthalle.
Da manche Leser vor Neugier schon fast geplatzt sind, folgt an dieser Stelle mal noch ein Bild von dem viel zu großen Auto das ich derzeit fahre.
Und hier ein Bild von dem neuen Auto, das derzeit mein Gastvater fährt, aber ich irgendwann mal fahren soll. Möglicherweise dauert das auch gar nicht mehr so lange, denn mein derzeitiges Auto macht ziemlich komische Geräusche. Wenn es nicht Automatik wäre, wo man ja nun wirklich (fast) nichts falsch machen kann, ich würde glatt an mir zweifeln.
Am Donnerstag ist hier erst einmal großer Nationalfeiertag, Thanksgiving, mit großem Familiendinner bei uns im Haus. Dafür liegen jetzt schon drei große Truthähne im Haus verstreut.
Und am Freitag geht es mal wieder auf Reisen, passend zum ersten Advent in die amerikanische Weihnachtsstadt.

Montag, 17. November 2008

Chaos Crew

...ist warscheinlich der Ausdruck, der unser Wochenende am treffendsten zusammenfasst. Angefangen vom Wetter ueber Wegfindungsschwierigkeiten und Zeitknappheit, bishin zu diversen Begegnungen mit Securitymenschen war echt alles dabei. Aber schoen der Reihe nach: Am Donnerstagabend habe ich mich also auf den langen Weg gemacht, um die liebe Alex im entfernten Michigan zu besuchen. (jaaa....heute schreibe ich, die Franzi, mal den Alexblog und 3 mal duerft ihr raten, wer sich da so auf meinem Blog auslaesst;) Mit leider ueber einer Stunde Verspaetung bin ich ca. 11 pm in Detroit gelandet. Dort wurde ich sogleich von Alex empfangen und nach einer herzlichen Umarmung wurde mir ein "Welcome-to-Michigan-Paket" ueberreicht. Da hat sich die Franzi aber gefreut, kann ich euch sagen. Warum? Weil die Alex verrueckt ist und das Paket folgende Dinge enthielt: Einen lieben Willkommensbrief mit detailliertem Plan fuer die naechsten Tage, meine Lieblingsschokolade von Lindt, sowie Tickets fuer die "Automobile Hall of Fame", den "Detroit Zoo" UND die "Detroit Opera - Madame Butterfly"...boah, konnte ich da erstmal nur sagen und mich fragen, wessen Geburtstag das eigentlich ist, der da bald gefeiert werden sollte;). Bevor ich dann ins klinisch reine Haus von Alex' Gastfamilie gefuehrt wurde (oh Mann, die Alex wird einen Schock bekommen, wenn sie im Dezember nach Boston kommt;) hat sie mir noch einen Slurpee (wie auch immer das geschrieben wird) spendiert...mmhh lecker. Und natuerlich koennt ihr euch denken, dass wir nicht sofort eingeschlafen sind - es gab ja sooooo viel zu erzaehlen...Deswegen haben wir auch keine Hektik am naechsten Morgen verspuert (die arme Alex musste nur schon voll zeitig aufstehen, waehrend ich ausschlafen konnte) und erstmal in Ruhe und ganz lecker gefruehstueckt, bevor wir uns (ZU FUSS!!!!) zum Detroit Zoo aufmachten. Leider hat es da angefangen zu regnen und den ganzen Tag nicht mehr aufgehoert. (Es sollte aber noch schlimmer kommen).
Alex' Gastfamilie hat uns ihre Membershipcard fuer den Zoo geliehen und wir sind ganz selbstbewusst zur Kasse gegangen - aber Fehlanzeige. Sie wollten uns nicht durchlassen ohne gueltige ID oder aehnlichen Beleg. Nun konnte Alex ja schlecht ihren deutschen Personalausweis vorzeigen, da haetten sie ja gleich gewusst, dass uns die Card eigentlich nicht gehoert und wir nicht befugt sind, diese zu nutzen. Aber Eintritt bezahlen wollten wir auch nicht...also hat die clevere Alex einfach die Kreditkarte ihrer Gastmutter vorgezeigt: Hat funktioniert, auch wenn die Kassiererin nicht sonderlich ueberzeugt ausgesehen hat. Im Zoo (den wir uebrigens fuer uns alleine hatten) stellten wir schnell fest, dass ausser dem Schmetterlingsgarten und dem "Haus der exotischen Voegel", kaum was Interessantes zu sehen war, weil sich alle Tiere verstaendlicherweise in die hinterletzte Ecke ihrer Kaefige verzogen haben. (Bei so einem Wetter schickt man ja keinen Hund vor die Tuere, geschweige denn einen Koenigstiger;).

Deshalb vertieften wir uns in ein Gespraech ueber Reiseplaene und keine von uns beiden schenkte dem Warnschild oder dem riesen Schriftzug auf der Strasse Beachtung. Ploetzlich wurden wir von einem Zooranger angehalten und gefragt, was wir hier zu suchen haetten, hier seien keine Besucher mehr erlaubt, koennen wir denn nicht lesen, und und und. Uuuups...da hat wohl jemand was uebersehen (und zwar das Schild "Danger - no visitors beyond this point") na gut - sind wir eben wieder umgekehrt, da kam uns doch so ne Frau auf einem Fahrrad entgegen. Sie fragte uns, ob wir die zwei Maedels sind, die sich hinter die gelbe Linie gewagt haetten und ob wir keine Augen im Kopf haetten usw. Die wurde anscheinend extra angerufen, um uns "einzufangen" (aber mal ehrlich, was haette die schon mit ihrem Fahrrad gegen uns zwei ausrichten koennen...haha). Als wir schon fast am Ausgang waren hat uns noch ein 3. Zoomitarbeiter angesprochen und gemeint, wir muessen die zwei sein, die hinter der gelben Linie gesichtet worden sind. Oh Mann...da haben die gleich einen Rundruf gestartet und das nur weil wir ein paar Meter hinter der gelben Linie gelaufen sind! Amis sind echt paranoid! Mit nassen Fuessen und ziemlich durchgefroren, gingen wir schnell "nach Hause" um uns umzuziehen. Den Restnachmittag nutzten wir zum Einkaufen. Wir waren nur in einem Laden, aber der war gross;) Vollkommen erschoepft mussten wir uns am Abend in einem leckeren italienischen Restaurant staerken (Alex' Gastvater hatte uns einen 10$ Gutschein gegeben). Soooo ausgehungert war die Alex:

Danach schauten wir uns (wie schon 3 Monate vorher geplant) den neuen James Bond Film an. Natuerlich liefen wir erstmal am Kartenkontrolleur vorbei und wurden von eben diesem zurueckgepfiffen und dann wollten wir ja eigentlich in Alex' Geburtstag reinfeiern. Als der Film vorbei war und ich auf die Uhr schielte, war es aber schon 0.15...naja, wie eben alles - etwas chaotisch;).
Am naechsten Morgen zeigte mir Alex ihr College. Der Regen hatte immer noch nicht nachgelassen und es war 10 Grad kaelter als am Vortag. Deswegen schafften wir es nicht, am Dunkin Donuts vorbeizufahren ohne uns eine heisse Schokolade zu genehmigen, die uns dann wieder etwas aufwaermte (zumindestens voruebergehend;).


Danach fuhren wir weiter nach Downtown Detroit und waren supergluecklich einen kostenlosen Parkplatz gleich neben der Oper gefunden zu haben. Doch das Wetter war so schlimm, dass es nicht in Frage kam, durch Detroit City zu bummeln. Also begaben wir uns zum "People Mover" (ein witziger Name fuer ein oeffentliches Verkehrsmittel) und fuhren 3 Runden durch Detroit um uns aufzuwaermen, mir einen Ueberblick zu verschaffen und einen Plan zu machen.


Dieses Bild fasst die Wetterlage erschreckend gut zusammen.

Auch in Kanada (hier auf dem Bild zu sehen) sah es nicht besser aus...


Unser Plan sah so aus, dass wir immer dann ausgestiegen sind, wenn wir ein interessantes Gebaeude entdeckt hatten. So landeten wir auch im Cobo-Center.

Wie sich herausstellte, war das nur ein unspektakulaeres Kongresszentrum, ABER genau an dem Tag, wurde dort ein Cheerleadingwettbewerb ausgetragen und deshalb sind wir dann auch ein ganzes Stueckchen haengen geblieben und haben zugeschaut. Wir waren uns einig, dass das alles extrem amerikanisch war. Vor allem die 9 oder 10 jaehrigen kleinen Maedels - dick geschminkt und wahnsinnig selbstbewusst. Irgendwann wurde es uns zu bunt und wir suchten den People Mover auf, um zum General Motors Hauptgebaeude zu fahren. Das Wetter war leider immer noch nicht besser geworden.

Da hat der Weihnachtsbaum gar nicht so fehl am Platze gewirkt (wie wir auch am naechsten Tag sehen sollten). Im GM-Building haben wir uns mal umgeschaut - ist schon eine eindrucksvolle Architektur...

Dann wollten wir ganz schlau sein und einen tollen Ausblick auf Detroit erhaschen. Also fuhren wir mit dem Fahrstuhl in den 70. Stock - Fehlanzeige. Wir waren irgendwie im Hotel gelandet und ausser Hotelzimmern gabs da nix zu sehen (noch nicht mal ein klitzekleines Fenster irgendwo), sodass wir schleunigst wieder runtergefahren sind. Langsam waren wir auch ziemlich hungrig und beschlossen in "Greektown" (ist schon lustig, jede groessere Stadt in Amerika hat eine "Chinatown" - Detroit ist mal wieder die Ausnahme und hat eben eine "Greektown";) auszusteigen. Dort haben wir lecker - was wohl - griechisch gegessen. Den ganzen Tag hatten wir jedemenge Zeit und haben ueberlegt, wie wir die am sinnvollsten rumbringen. Nun mussten wir uns allerdings echt beeilen, um nicht zu spaet zur Oper zu kommen (das war mal wieder typisch fuer uns zwei...haha;). Doch wir haben es gerade noch rechtzeitig geschafft (inklusive "clothes-changing" im Auto). Die Oper ist wirklich toll (denkt man von aussen gar nicht, aber innen drin sieht es echt nobel aus).Das Stueck ("Madame Butterfly" von Puccini) war super. Tolles Orchester, exzellente Solisten - nur leider ein strohdummes Publikum. Nach der Aussage "Nur Idioten klatschen, wenn der Taktstock noch oben ist" musste man annehmen, dass 85% der Hoererschaft aus ebensolchen bestand. Aber tolle Kleider hatten sie an...Als wir in der Pause ein paar Fotos von der Innenausstattung der Oper machen wollten, kam sogleich jemand von der Security angerannt und hat uns zu verstehen gegeben, dass dies hier unter keinen Umstaenden erlaubt sei (das waere dann die 3. Begegnung mit so einem Ordnungshueter;)

Am spaeten Abend waren wir wieder bei Alex angekommen. Dort war ein "High-Society-Dinner" von Alex' Gastfamilie in vollem Gange, doch wir schlichen uns unbemerkt hinein ;). In Alex' Zimmer wartete schon ein groooooosser Blumenstrauss auf sie.

Nur leider ohne den kleinsten Hinweis, von wem dieser stammen koennte. Das gab uns natuerlich viel Raum fuer Spekulationen und Gelaechter (wie sich am naechsten Tag herausstellte, war dieser von ihrem Onkel und ihrer Tante - die beigefuegte Nachricht ist irgendwie auf dem Weg von Europa nach Amerika verloren gegangen;).
So gegen ein Uhr Nachts klopfte es an die Tuer. Davor stand Alex' Gastfamilie mit Kuchen, Kerzen und Karte und gratulierte ihr zum Geburtstag (auch wenn der da theoretischerweise schon vorbei war) - eines der Kinder hatte es gerade noch rechtzeitig in Facebook entdeckt...naja, diese "Nachlaessigkeit" liegt warscheinlich daran, dass Erwachsenengeburtstage hier nicht gefeiert werden.

Am naechsten Tag wollten wir 10.00 das Haus verlassen. So auf 12.00 sind wir dann mal losgefahren;). Die erste Station war die "Automobile Hall of Fame". Als wir dort angekamen, war das Wetterchaos perfekt: Schneesturm und Eiseskaelte. Genau richtig fuer einen Museumsbesuch also. Trotzdem hatten wir die Ausstellung fuer uns alleine (wie auch schon den Zoo am Freitag;). Das war aber prima, denn so konnten wir in aller Ruhe rumalbern, alles ausprobieren und viele Fotos machen. Hier mal ein paar Eindruecke:

Seht ihr, wie die Alex am Steuer sitzt und das riesen Teil gemuetlich faehrt? (sowas kommt dann eben unter anderem dabei heraus, wenn man das Museum fuer sich alleine hat;)

Und hier mal noch zwei Bildchen mit "Vorher-Nachher-Effekt":

Planung und Ausfuehrung

Nachmittag fuhren wir weiter nach Ann Arbor, einem huebschen Staedtchen und dem Sitz der University of Michigan. Das Wetter spielte ganz und gar nicht mit, sodass wir mal wieder in einem Cafe gelandet sind (diesmal gab's Cupcake). Ein bisschen was wollten wir allerdings noch von Stadt und Uni sehen, also haben wir die Zaehne zusammengebissen und sind, dem Schneesturm trotzend, durch die Stadt gebummelt. Die ist wirklich wunderschoen, vor allem die Unigebauede. Und im Sommer, bei schoenem Wetter...naja lassen wir das Wunschdenken. So winterlich sah es dort aus:

Ein Foto vor so einem eindrucksvollen Unigebauede durfte natuerlich nicht fehlen:

Zum kroenenden Abschluss wollten wir uns noch mit Anica, einer Freundin von mir, treffen, die an der University of Michigan Musik studiert und eine sehr gute Geigerin ist. Sie wohnt in der Willow Tree Lane. Das haben wir auch genauso ins Navi eingegeben und uns schon gewundert, dass die Bungalowsiedlung, an welcher wir rauskamen, ein Studentenwohnheim sein sollte, aber naja...Gleich um die Ecke war auch ein Panera Bread (eine Restaurantkette, die allerdings relativ selten ist) und wir haben uns 5.30 mit ihr dort verabredet. Leider war weit und breit keine Anica zu sehen - wie sich herausstellte, war sie in einem anderen Panera Bread. Also sind wir zwei zum Auto gehechtet (man muss ja bedenken, dass mein Flug schon 9.17 ging und somit die Zeit langsam knapp wurde) und haben versucht das andere Panera Bread zu finden. Das ist aber auch mal wieder ein Zufall: Da gibt es doch in Ann Arbor tatsaechlich zwei Willow Tree Lanes mit einem Panera Bread gleich um die Ecke...nicht zu glauben. Naja, wenigstens eine gute Stunde hatten wir noch zum Erzaehlen gehabt, bevor wir uns verabschiedeten und im schoensten Schneesturm zum Flughafen fuhren. Ich hatte schon befuerchtet, dass mein Flieger gestrichen wuerde, aber es verlief alles nach Plan.

Der Abschied fiel uns schon echt schwer, nach so einem tollen Wochenende mit unzaehligen Lachkraempfen und tollen Erlebnissen. Zum Glueck sind es nur noch 5 Wochen, bis die Alex nach Boston kommt und wir uns wiedersehen. Und dann haben wir richtig viel Zeit...jipiiiiiii!!!

PS: Wenn ihr wissen wollt, was die Alex vom Wochenende gehalten hat, dann schaut doch mal auf meinem Blog vorbei (siehe Blogleiste rechts).

Mittwoch, 5. November 2008

Halloween, Coldplaykonzert, Tanzen und Wahlen

Die letzten Tage war einiges los, wie ihr seht. Am Donnerstag hatten meine Kinder mal wieder frei, also gings los Kürbisse kaufen. die Jungs waren auch super kreativ und so wurde der Kürbis mit dem Zeichen ihrer Lieblingsfootballmannschaft versehen. Ich bin eher bei der klassischen Variante geblieben.
Am Donnerstag Abend stand mit ein paar Freunden noch ein Erlebnis der besonderen Art an, das weltweit größte Haunted Hause in Pontiac.
Da ging es in absoluter Dunkelheit eine Stunde lang zu Fuß durch das Haus, wobei wir mit allen gruseligen Finesse zu kämpfen hatten, die man sich nur vorstellen kann. Und alle paar Sekunden tauchten aus dem Nichts schwarze Gestalten auf, die einen noch zusätzlich erschreckt haben. Nach 10 Minuten hatte man sich aber an das meiste gewöhnt und es wurde dann ziemlich lustig.
Für Freitag, also Halloween hatte Aidan mal glatt 15 Freunde eingeladen (im Alter von ca 11 Jahren), die dann auch alle bei uns übernachtet haben. Und wir ihr euch sicher denken könnt waren das nicht alles unbedingt Engel.
Nachdem erst einmal alle verköstigt wurden, ging es los und ich bin mit den Jungs in unserer Nachbarschaft um die Häuser gezogen, die so genannte "Trick or Treat" Runde. Irgendwann war mir das mit den Jungs zu hektisch und ich hab mir einen tolleren Job gesucht, Süßigkeiten verteilen, an alle Kinder die an unserer Tür klopften. Das war ganz amüsant und manche der Kinder hatten total niedliche Kostüme. Nach 3 Stunden war das ganze dann beendet und die Jungs kamen wieder nach Hause, mit zum Teil 4-5 kg Süßigkeiten. Es folgte die große Tauschrunde, unbeschreiblich, ein türkischer Basar ist ein Dreck dagegen. Später am Abend wurden noch 2 Horrorfilme geschaut, bevor meine Gasteltern und ich die Kinder dann soweit hatten, dass sie um 2 schlafen gegangen sind.
Hier mal noch ein Foto von Elanas Partyoutfit. Es ist wirklich schwer zu glauben, dass sie erste 15 ist.
Am Montag stand dann ein großes Highlight an. Es ging zusammen mit meiner niederländischen Freundin Suzanne sowie Elana und ihrer Freundin zum Coldplaykonzert, nach Auburn Hills in den Palace (dort wo sonst die Basketballer der Detroit Pistons spielen).
Der Palace an sich war schon mal beeindruckend. Und Dank der Connections meines Gastvater hatten wir auch super Karten, gleich neben der Seitenbühne. Verwunderlich war nur, dass es überhaupt keine Stehplatzkarten gab. Das dann trotzdem alle standen, versteht sich von selbst. Das Konzert war richtig geil, kann man wirklich nur empfehlen, eine super Liveband. Und die fast ausverkaufte Halle hat getobt. Neben dem aktuellen Song "Viva la Vida" waren "Fix you" und "Death and All His friends" meine Favoriten. Leider sind meine Versuche einen Mitschnitt hoch zuladen bislang gescheitert, ich arbeite daran. Das einzig traurige war, dass es so schnell vorbei war (nicht mal 2 Stunden) und auch nur eine Zugabe gespielt wurde.

Zum gestrigen Wahltag: es ging morgens los, dass sich im College eine endlos lange Schlange gebildet hatte, was wohl auch daran lag, wie ich aufgeklärt wurde, dass viele Dinge gleichzeitig gewählt wurden und auf dem Wahlzettel eine Menge zu lesen war. Jeder zweiter ist dann gestern mit Ansteckern wie "I voted" rumgerannt, hat sich einen freien Café bei Starbucks gesichert und eine Kugel Eis bei Ben $ Jerrys. Auch in den Schulen meiner Kinder wurden die Wahlen nachgespielt. Am Nachmittag hab ich dann mit den Kindern eine Art Wahl-o-mat gemacht, wobei zu 15 verschiedenen Wahlkampfthemen aus 2 Statements jeweils das persönlich passendere gewählt werden musste. Während es bei den Kindern relativ ausgeglichen war, hatte ich 13 Übereinstimmungen mit Obama und 2 mit Mc Cain. Der Abend war dann gar nicht mehr so spannend. Trotzdem haben wir jede Stunde gespannt abgewartet, dass wiederum in einigen Staaten die Wahllokale geschlossen werden und dann bei der Abrechnung Mc Cain die Staaten mit 3 oder 4 Electoral Voters und Obama die mit 54 oder 27 gewinnt.
Tja und heute fahren wir immer noch vorwärts auf der Straße und bis zum Amtsantritt im Januar wird wohl auch nicht so viel passieren.
Heute Abend begann für mich mal wieder etwas neues, ein Tanzkurs. Ich hatte mich für Lateinamerikanische Tänze entschieden, genauer gesagt für Zumba. Schließlich will ich nicht nur spanisch sprechen können, sondern auch noch ein bisschen was von dem Lebensstil lernen. So viel wie in dieser Stunde bei Salsa und co meine Hüfte im Einsatz war, hatte ich sie wohl noch nie gebraucht. (@Franzischwester: du hattest recht, ich bin da wirklich unbeweglich, aber ich arbeite ja jetzt daran). Und der Ausdruck "feurige Spanier" hat auf jeden Fall seine Berechtigung.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Canada

Juhuu, schon lange hatte ich es mir vorgenommen und heute hat es endlich mal geklappt. Es ging nach Canada.

Da ich zusammen mit einem "neuen" Au Pair aus meinem Cluster gefahren bin, hielten wir erst einmal noch in Downtown Detrotit. Und da ich als Mitglied der Huntington Woods Bibliothek auch wöchentlich Freitickets für die verschiedensten Museen bekommen kann, musste das ja auch gleich mal noch genutzt werden. Leider gab es diese Woche keine Freikartenfür die hochgelobte National Art Gallerie.


Dafür aber für das Museum of African Amercan History und das war richtig klasse. Wir durchliefen von der Ägyptischen Hochkulturzeit bis in die Gegenwart die Geschichte von Afrika, außerdem setzte später die Geschichte von Amerika und Detroit ein. Und alles war sehr liebevoll hergerichtet.
Der Weg nach Canada führte uns von Downtown Detroit durch den Tunnel. Einen Stempel in den Reisepass und wir waren in Windsor. Dort erwartete uns nichts wirklich besonderes, aber man war eben mal in Canada und hatte mal wieder eine andere Währung.
Und einen schönen Blick auf Detroit





Der Weg zurück war Teil meines nerven aufreibend,aufregenden Wochenendes. Es ging gestern los, als ich früh morgens mit Jonah zum Eishockeyspiel gefahren bin. An der Ampel stand plätzlich ein Polizei Wagen mit Sirene neben mir und ich sollte folgen. Es wurden meine Führerscheine und die Fahrzeugpapiere verlangt, ich wurde gefragt wie ich zu diesem Auto komme und ob ich die amerikanischen Verkehrsregeln kenne. 3 Minuten später wurde ich mit "Good drive mam" verabschiedet. Da denkt man, man hat sonstwas verbrochen. Gestern Abend haben wir uns außerdem Eagle Eye im Kino angeschaut, ein Film über Überwachung und Sicherheit in Amerika (wieso kam ich eigentlich auf die Idee nach Amerika zu gehen ? :) )
Und jetzt zur Rückfahrt von Canada:Die Zunehmende Anstauung der Autos am Ende des Tunnels hieß schon nichts gutes. Außerdem wurden wir mit einem Schild darauf hingewiesen, dass es die Amerikaner nicht mögen, wenn man Lebensmittel in ihr Land einführt. Daran hatten wir beide nicht gedacht, als wir uns jeweils eine große Packung Knäckebrot in Canada gekauft haben. Und wohin jetzt so schnell damit? Man konnte es ja auch nicht einfach aus dem Fenster werfen. Außerdem hatten wir noch damit zu tun unsere Äpfel und Bananen aufzuessen. Als wir dann endlich bis zu dem unfreundlichen Herrn Sicherheitsbeamten vorgedrungen waren, mussten wir eine ganze Menge hohler Fragen beantworten und außerdem alle Fenster herunterkurpeln....aber unser Knäckebrot hat er nicht gefunden.....YES :)
Last but not least musste ich kurz vor meinem Haus auch noch eine Megavollbremsung mitten auf dem Highway hinlegen, da so ein dämlicher Autofahrer bei Rot die Kreuzung überquert hat,3 cm und es hätte gekracht.
Noch eine kleine Storry von gestern Abend, da hab ich nicht schlecht geschaut, als meine ganze Familie mal wieder zu einer Bar Mitzvah gefahren ist. Alle 6 waren im Schlafanzug gekleidet. Und da soll mal noch einer sagen Amerikaner haben keinen an der Klatsche. Mottopartys sind ja wirklich lustig, aber für eine Bar Mitzvah???
Zum Schluss noch ein kleines Bild vom Freitag Abend, da ging es in einem Heuwogen mit voller Geschwindigkeit querfeldein. Natürlich mit gelegentlicher Heuschlacht. Anhand der Kleidung, sieht man , dass es mittlerweile auch bei uns kalt geworden ist.