Aber bevor ich mich über das vergangene Wochenende auslasse, gibt es erst einmal noch ein paar Sätze über die Zeit seit Miami.
Am Sonntag danach war Oskarnacht. Wie zu erwarten war, wird das weitaus mehr zelebriert als in Deutschland z.B. mit familieninternen Tippspielen, wobei jeder vorher seinen Tip für jede der Kategorien abgeben musste. Da ich jedoch bis zu diesem Zeitpunkt bis auf "Dark Knight" keinen der Filme gesehen hatte, war meine erste live verfolgte Acadamy Award Ceremnoy dahingehend kein großer Erfolg.
Am Freitag darauf musste ich mich dann schon einmal von dem hochgelobten Gewinner der Awards "Slumdog Millionaire" überzeugen und wurde auch nicht enttäuscht. Ein wirklich guter Film, weit ab von der Hollywood Glamour Welt, der sich, wie ich finde, in keiner Weise in eine Schublade schieben lässt.
Letzte Woche war in Bezug auf College "Spring Break" angesagt. Da bereits diese Woche Mitsemesterprüfungen anstanden, war die Zeit nicht etwa langweilig.
Das lustigste an der Woche war ein Schulprojekt, zum Thema Regenwald. Die Aufgabe war es einen Affen in bestimmter Größe und anhand eines Bildes selber zu basteln (wie ihr seht, nicht nur die Lehrer in Deutschland kommen auf verrückte Ideen).
Was nach vierstündiger Arbeit mit Wolle und Heißklebepistole heraus kam, sieht so aus:
Wer sich jetzt fragt, wie ich es in Kunst doch immer auf eine 2 geschafft habe? Ja, das frage ich mich auch.
Besonders habe ich mich auf den Freitag gefreut, denn da kam die Christina aus Philadelphia zu Besuch. Obwohl sie aus Plauen ist, haben wir uns erst am Tag der Reise in die USA persönlich kennen gelernt, haben dann die 4 Tage in New York gemeinsam verbracht und ich hatte sie ja bereits im Dezember in Philly besucht.
Am Mittwoch noch -10 Grad bewegte sich das Thermometer Freitag Morgen zielsicher auf die 20 Grad zu, dazu strahlender Sonnenschein. Das musste genutzt werden. Also fuhren wir gleich vom Flughafan aus in die Universitätsstadt Ann Arbor. Bei den Studenten waren bereits die Frühlingsgefühle ausgebrochen und so sah man überall kurze Kleider und Bermudas.
Wir gönnten uns ein Eis und schlenderten über den Campus.
Dort wurden wir von einem italienischen und einem französischem Studenten angesprochen und für den Abend in eine Bar eingeladen. Da sagten wir auch spontan zu, warum auch nicht, Europäer müssen ja schließlich zusammen halten;) Unser Alter jedoch verschwiegen wir lieber.
Ich weiß selber nicht genau wie wir in die Bar gekommen sind, jedoch als wir einmal drin waren, wurde ohne Probleme fleißig Cocktails getrunken.
Die Jungs wollten dann noch in eine Club. Wir gingen mit, im Glaube, dass wir eh nicht rein kommen würden. Vor dem Security Mann stehend, stammelten wir dann bei der ID Kontrolle irgendwas zusammen. Spontan schritt der Italiener ein, belehrte mit vollster Überzeugung den Security Mensch, dass wir aus Deutschland wären und dort jeder über 21 ist und 10 Sekunden später hatten wir den Stempel auf der Hand.
Ohne pauschalisieren zu wollen, aber wenn ich einbeziehe, dass dieser Club von der gehobeneren Sorte war, lässt sich sagen, dass amerikanische Diskos nicht unbedingt das Nonplusultra sind. Wow, die Herren der Schöpfung waren ziemlich aufdringlich...
Um 2 war dann auch schon Zapfenstreich und so machten wir uns auf den Heimweg.
Der Samstag Morgen wurde ruhig angegangen. Nach einem kurzen Zwischenstop in der Eislaufhalle entschieden wir uns das kleine Städtchen Birmingham zu besuchen.
Gerade 100 Meter gelaufen, fing es an in vollen Strömen zu regnen. Besserung war nicht in Sicht. Was macht man bei solchen Wetter?
Man tut den Kindern einen Gefallen und fährt mit ihnen zum Haus ihrer Tante (das besagte Haus wurde in einem der ersten Posts schon mal näher beschrieben. Stichwort MTV Haus).
Natürlich sollten wir auch einen nutzen aus der Aktion ziehen. Und so sprangen wir in das hauseigene Schwimmbad, währen sich die Kinder in der Turnhalle beim Basketball austobten.
Den Abend liesen wir eher ruhig im Kino ausklingen mit "Der Vorleser", ein weiterer sehr guter Film, der zu Recht einen Oskar erhalten hat.
Am Sonntag Morgen regnete es immer noch, der lokale Golfplatz stand schon halb unter Wasser und wir machten uns nach der einen Stunde kürzeren Nacht auf den Weg.
Zuerst sollte Christina im Schnelldurchgang noch Downtown Detroit gezeigt werden. Weiter fuhren wir zum Henry Ford Areal. Eigentlich war eine Ford Factory Tour geplant, doch wir wurden enttäuscht. Dieser Museumsbereich ist Sonntags leider geschlossen. Plan B, es ging in die Ford Ausstellung. Die tatsächliche Intension dieses Museums ist uns zwar verwehrt gelblieben, die Ansammlung von Traktoren, Dampfmaschienen, Autos, alten Häusern, neuen Häusern und Zukunftshaüsern sowie allen möglichen Utensilien war aber doch ganz interessant und vor allem sehr liebevoll gestaltet.
Leider mussten wir am Nachmittag schon wieder Richtung Flughafen aufbrechen.
Es hieß Abschied nehmen. Ganz sicher sehen wir uns in spätestens 5 Monaten in Plauen wieder.

3 Kommentare:
Hi Alex,
ich dachte schon, du seist erkrankt, verschollen, verschieden ;)
Gott sei Dank bist du wohl lediglich nur noch schreibfauler als die Freundin aus Boston.
Ich hoffe, es geht dir auch gut, wenn mal kein Besuch da ist oder eine große Tour ansteht.
Wenn man hier in D die Nachrichten vernimmt, könnte man meinen, dass USA ganz pleite ist und die Autoindustrie dort total platt.
Da Detroit ja ziemlich viel Autoindustrie beherbergt : Wie iss´n in deinem Örtchen so die Stimmung ?
Liebe Grüsse aus dem heimatdorf
Stephan
@ Stephan: ne, so schnell wirst du mich noch nicht los. Ich bin kerngesund und Detroit ist von diversen Eisschollen auch zu weit enfernt;)
Ja, auch wenn mal keine Tour ansteht oder Besuch kommt, geht es mir gut. Ich dachte nur, dass es dich und den Rest der Leserschaft wohl weniger interessiert, dass ich jeden Morgen 6 Uhr aufstehe, die Kinder wecke, Spülmaschine ausräume, Lunch mache,......, nach einer Skypesession mit deinem Bostoner Lieblings-Au Pair mal mehr, mal weniger später als 12 Uhr wieder ins Bettchen gehe;)
Ganz pleite ist die USA wohl doch noch nicht, zumindest versichert mir das meine Chase Bank bei jedem wöchentlichen Besuch. Wie die Stimmung hier ist, schwer zu sagen. Die einen sparen mehr, die anderen weniger. Um deine Frage wirklich beantworten zu können, hab ich zu wenig mit Leuten, die am Brennpunkt arbeiten zu tun. Typische Au Pair Gasteltern sind nun einmal Ärzte und Anwälte. So nah dran, bekomme ich die Geschehnisse wohl doch nur aus der Ferne mit. Und wie es scheint, wird das Detroiter Problem in Deutschland mindestens in der gleichen Intensität aufgegriffen wir in den USA.
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