Da in unserer Familie seit vielen Jahren die osterliche Lauftradition gepflegt wird, stellten wir bereits im Vorfeld fest, dass zufälligerweise an diesem Wochenende eines der größten Läufe in Michigan stattfand. Keine Frage, dass diese Gelgenheit genutzt wurde. Also ging es am Samstag in aller Frühe in die FORDstadt Dearborn, zum Martian (Marsmännchen) Marathon.
Während Fabi das riesige Starterfeld über 5 km rockte und als 5. schnellster Läufer überhaupt (1. in seiner Altersgruppe) die Ziellinie überquerte (Mission wir zeigen den Amis wie guter deutscher Leistungssport aussieht erfolgreich gemeistert), ließen es Franzi und ich eher ruhiger angehen.
Ja, auch bei den Amis scheint das Lauffieber ausgebrochen zu sein. Versunken in der Menschenmenge überquerten wir beide eine gute Minute nach dem Startschuss die Startlinie.
Auch wenn ich mit Entsetzen feststellen musste, dass ich über 10 km gegen meinen Dad nicht mehr den Hauch einer Chance habe (ja, vor 5 Jahren war das tatsächlich mal noch andersherum), war es trotzdem ein toller Lauf, mit einer...naja...akzeptablen Zeit und einem 2.Platz in meiner Altersgruppe.
Am Nachtmittag ging es nach Downtown Detroit, wo genau an diesem Wochenende die "Final Four" im Collegebasketball stadtfanden (laut meinem Gastvater, das größte amerikanische Sportevent nach dem Super Bowl). Zur kurzen Erklärung: in der so genannten March Madness, werden im März in den verschiedenen Runden die 4 besten College Basketball Mannschaften ausgespielt, die dann Anfang April den Sieger unter sich ermitteln. Zufälligerweise hatte sich in diesem Jahr die Michgan State University qualifiziert, was das ganze noch mal zusätzlich aufpuschte. Und so sah man in Downtown wo das Auge hinschaute nur Menschen in weiß und grün, den Farben der Universität.
Wir jedoch wollten uns eher Detroit anschauen. Während die beiden Männer vom Basbeball Stadion der Detroit Tigers begeistert waren
hatte es meiner Schwester mehr unser pinkes Transportmitel, der People Mover, angetan.
Und natürlich stellte ich meinen Besuchern die ganz typischen Detroiter Sachen vor, wie die rauchenden Gullideckel oder das GM Gebäude.
Am Fluss, der Detroit von Kanada trennt, wurde etwas die Sonne genossen.
Die Gedanken der Beiden waren wohl schon beim darauf folgenden Tag (Franzi: morgendliche Shoppingtour, Fabi: Sportereignis am Nachmittag)
Mit dem großen Ziel eines Kanadastempels im Reisepass, ging es zum Abendessen nach Windsor. Vorher wurde aber noch die Sicht auf Detroit von kanadischer Seite aus begutachtet.
Der Sonntag Morgen löste unterschiedlich großen Jubel aus. Wir fuhren in eine Outlet Mall. Nachdem sich kurz über den amerikansichen Sport Mall Walking amüsiert wurde (hier treffen sich ganze Laufgruppen am Morgen um in den riesigen überdachten Malls ihre Runden zu drehen), hieß das erste Ziel: Fabian einkleiden. Nach ganzen 20 Minuten waren 3 komplette Outfits zusammengestellt und der arme Junge konnte seine leicht genervte Stimmung im Kinderparadies wieder aufheitern. Dass der Rest etwas länger brauchte, muss wohl nicht erwähnt werden.
Mit einigen großen Tüten beladen, war der nächste Programmpunkt das NBA Spiel der Detroit Pistons. Mit den wertvollsten Eintrittskarten unseres Lebens (der regelmäßig Leser wird sich denken können, wie wir an so was rankamen) ging es geradezu durch den VIP Eingang in "unsere Suite" ;).
Schon vor dem Spiel stand der erste Höhepunkt an. Beim Abchecken des Warm-up Bereiches konnten wir 3 Autogramme ergattern.
Als dann noch Kwame Brown, einer der NBA Stars unbedingt ein Foto mit uns machen wollte, war das Glück perfekt. :) :) :)
Das eigentliche Spiel war auch mit einer gewissen Spannung behaftet, ging es doch zwischen den Charlotte Bobcats und den Detroit Pistons darum, wer den letzten Playoff Platz ergattert.
In einem Auf-und-Ab Spiel durften die Detoriter am Ende den Sieg feiern und sich als 8. ihrer Division über die Teilnahme an den Playoffs freuen.
Hier mal noch ein Bild vom Showprogramm, der umjubelte Auftritt der Big Boys:
Der tolle Abend wurde mit einem sehr leckeren Abendessen bei meiner Gastfamilie abgerundet.
Der Montag begann mit einem Schock, beim Blick aus dem Fenster war doch tatsächlich alles weiß. Da es auch nicht aufhörte zu schneien, entschieden wir uns für einen Besuch in einer sehr schicken Mall. Am Nachmittag verbrachten wir etwas Zeit mit meinen Gastkindern, bevor wir für den Abend der Empfehlung meiner Gastmutter folgten und koreanisch Essen waren.
Das Ganze sah dann kulturgerecht so aus:
Am Dienstag hatten meine Geschwister die Ehre einen Tag in einer jüdischen Schule zu erleben, Fabian in der Middle School und Franzi in der High School. Wer die interessanten und zum Teil skurrilen Details wissen will, fragt die Beiden am besten selber.
An diesem Tag hieß es auch zeitig ins Bett gehen, denn am Mittwoch Morgen klingelte der Wecker bereits um 3.
Drei Stunden später saßen wir im Flieger nach San Francisco.
Der (etwas längere) Bericht über die darauf folgende Zeit wird wohl noch einige Tag auf sich warten lassen. Sobald ich die liegengebliebene Wäsche beseitigt habe und im Collegestoff wieder einigermaßen drin stecke, werde ich mich schnellstmöglich dran setzten.
Ich kann es einfach gar nicht glauben, die letzten zwei Wochen vergingen wie im Fluge und es kommt mir immer noch ein bisschen vor wie im Film.

1 Kommentar:
oh wow das is ja voll schön dass du so tollen oster-urlaub bekommen hast! *für dich freu*
hihi da hatten wir beide familienzusammenführung: du mit deiner deutschen, ich mit meiner amerikanischen familie :)
freu mich auf bilder von san francisco! ;) das steht auf meiner wunschliste für den nächsten trip über den großen teich...
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