Montag, 20. April 2009

Setting

Wie bereits angedeutet, liegen 9 Tage USA Westküste hinter uns.
Die geringschen Osterurlauber sind mittlerweile wieder gut in Downtown Plauen angekommen (überraschenderweise sogar ganz ohne Zollprobleme) und ich bin auch wieder in das Michiganleben integriert und voller Vorfreude auf den Schnee, der in dieser Woche noch erwartet wird.
Was bleibt sind die Erinnerungen an 3 großartige Städte und 2 gigantische Nationalparks.
Da ich den ganzen Trip nicht in einen Post reinquetschen will, kam mir die Idee es etwas aufzuteilen
Bevor es aber tatsächlich mit San Francisco losgeht, noch ein paar Dinge außerhalb von Stadt und Natur. Schließlich war es ja nicht ein normaler Trip, sondern ein Familienurlaub :)
Da wäre zum Beispiel das allseits beliebt Fotografieren.
So wurde das eigentliche Fotobjekt hin und wieder durch kleine Zusätze aufgewertet.
Oder am besten gleich direkt vor die Linse gesprungen (das nachfolgende Foto gibt es in ca 100 verschieden Versionen und Hintergründen).
Auch der Attraktivität des Fotobjekts wurde nicht immer die größte Bedeutung geschenkt.

Hin und wieder sorgten Bemerkungen über Schweinebärchen Stofftiere oder wer die größere Hälfte :) im Koffer in Anspruch nimmt für kleine und mittelgroße Diskussionen. Die meiste Zeit jedoch waren wir uns mit dem veranstalteten Blödsinn einig.
z.B.
beim Füttern der Eichhörnchen (oder was auch immer das für Tiere waren)

Kurz nachdem mir so ein Teil auch noch in den Finger gebissen hat, wurden wir durch das Grand Canyon Park Magazin über das Fütterverbot von Eichhörnchen aufgeklärt, sowie dass jährlich eine Vielzahl an Verletzungen durch Eichhörnchenbisse entstehen.
Das nachfolgende Bild zeigt einen Zug auf der historischen Route 66. 

Dass auf das Kletterverbot drauf hingewiesen wurde, haben wir auch erst bemerkt als es schon zu spät war.
Dank der Englischlehrer am Diesterweg Gymnasium wissen wir jetzt auch alle 4 über die 40 seitige Ausführung der Geschichten des King Arthur bescheid. 
So wurde es wenigstens, zwischen den zwangsweise stündlich eingelegten Pinkelpausen, auf Fahrt durch die unendlichen Weiten Amerikas nicht langweilig.
Und in letzter Instanz konnte immer noch geträllert werden (auch das war nicht ganz freiwillig). 
Zitat Fabi: "Madonna - warum ist die so berühmt? Die singt doch bloß. Ich kann auch singen:
Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon, hollari, hollari, hollaro,..."

Freitag, 17. April 2009

Familienzusammenführung

...oder so ähnlich lautete der Grund, warum Fabi, Franzi und Papa bereits frühzeitig in den Osterurlaub starten durften. Doch anstelle des traditionellen Bauernhofes, hieß das Reiseziel in diesem Jahr USA. Dass trotzdem gewisse Traditionen aufrecht erhalten wurden, wird später noch gezeigt. Der kleine Unterschied lag wohl im 9 stündigen Flug, der von den Dreien bewältigt werden musste, bevor ich sie am Freitag, den 3. April vom Flughafen abholen konnte. Auf dem Weg noch schnell das Mietwagenauto mitgenommen, erwartete uns in Huntington Woods schon eine kleine Hauseinführung, ganz exklusiv von "meinen" beiden "kleinen" Gastjungs. Nachdem die erste Berührung mit amerikanischen Dinner gemacht wurde (es ging in die Nachbarstadt Royal Oak), hieß es für die deutschen Urlauber schnell schlafen, denn am nächsten Morgen klingelte bereits sehr zeitig der Wecker.
Da in unserer Familie seit vielen Jahren die osterliche Lauftradition gepflegt wird, stellten wir bereits im Vorfeld fest, dass zufälligerweise an diesem Wochenende eines der größten Läufe in Michigan stattfand. Keine Frage, dass diese Gelgenheit genutzt wurde. Also ging es am Samstag in aller Frühe in die FORDstadt Dearborn, zum Martian (Marsmännchen) Marathon.
Während Fabi das riesige Starterfeld über 5 km rockte und als 5. schnellster Läufer überhaupt (1. in seiner Altersgruppe) die Ziellinie überquerte (Mission wir zeigen den Amis wie guter deutscher Leistungssport aussieht erfolgreich gemeistert), ließen es Franzi und ich eher ruhiger angehen.
Ja, auch bei den Amis scheint das Lauffieber ausgebrochen zu sein. Versunken in der Menschenmenge überquerten wir beide eine gute Minute nach dem Startschuss die Startlinie.
Auch wenn ich mit Entsetzen feststellen musste, dass ich über 10 km gegen meinen Dad nicht mehr den Hauch einer Chance habe (ja, vor 5 Jahren war das tatsächlich mal noch andersherum), war es trotzdem ein toller Lauf, mit einer...naja...akzeptablen Zeit und einem 2.Platz in meiner Altersgruppe.


Am Nachtmittag ging es nach Downtown Detroit, wo genau an diesem Wochenende die "Final Four" im Collegebasketball stadtfanden (laut meinem Gastvater, das größte amerikanische Sportevent nach dem Super Bowl). Zur kurzen Erklärung: in der so genannten March Madness, werden im März in den verschiedenen Runden die 4 besten College Basketball Mannschaften ausgespielt, die dann Anfang April den Sieger unter sich ermitteln. Zufälligerweise hatte sich in diesem Jahr die Michgan State University qualifiziert, was das ganze noch mal zusätzlich aufpuschte. Und so sah man in Downtown wo das Auge hinschaute nur Menschen in weiß und grün, den Farben der Universität.
Wir jedoch wollten uns eher Detroit anschauen. Während die beiden Männer vom Basbeball Stadion der Detroit Tigers begeistert waren

hatte es meiner Schwester mehr unser pinkes Transportmitel, der People Mover, angetan.

Und natürlich stellte ich meinen Besuchern die ganz typischen Detroiter Sachen vor, wie die rauchenden Gullideckel oder das GM Gebäude.

Am Fluss, der Detroit von Kanada trennt, wurde etwas die Sonne genossen.

Die Gedanken der Beiden waren wohl schon beim darauf folgenden Tag (Franzi: morgendliche Shoppingtour, Fabi: Sportereignis am Nachmittag)
Mit dem großen Ziel eines Kanadastempels im Reisepass, ging es zum Abendessen nach Windsor. Vorher wurde aber noch die Sicht auf Detroit von kanadischer Seite aus begutachtet.

Der Sonntag Morgen löste unterschiedlich großen Jubel aus. Wir fuhren in eine Outlet Mall. Nachdem sich kurz über den amerikansichen Sport Mall Walking amüsiert wurde (hier treffen sich ganze Laufgruppen am Morgen um in den riesigen überdachten Malls ihre Runden zu drehen), hieß das erste Ziel: Fabian einkleiden. Nach ganzen 20 Minuten waren 3 komplette Outfits zusammengestellt und der arme Junge konnte seine leicht genervte Stimmung im Kinderparadies wieder aufheitern. Dass der Rest etwas länger brauchte, muss wohl nicht erwähnt werden.
Mit einigen großen Tüten beladen, war der nächste Programmpunkt das NBA Spiel der Detroit Pistons. Mit den wertvollsten Eintrittskarten unseres Lebens (der regelmäßig Leser wird sich denken können, wie wir an so was rankamen) ging es geradezu durch den VIP Eingang in "unsere Suite" ;).

Schon vor dem Spiel stand der erste Höhepunkt an. Beim Abchecken des Warm-up Bereiches konnten wir 3 Autogramme ergattern.
Als dann noch Kwame Brown, einer der NBA Stars unbedingt ein Foto mit uns machen wollte, war das Glück perfekt. :) :) :)

Das eigentliche Spiel war auch mit einer gewissen Spannung behaftet, ging es doch zwischen den Charlotte Bobcats und den Detroit Pistons darum, wer den letzten Playoff Platz ergattert.
In einem Auf-und-Ab Spiel durften die Detoriter am Ende den Sieg feiern und sich als 8. ihrer Division über die Teilnahme an den Playoffs freuen.
Hier mal noch ein Bild vom Showprogramm, der umjubelte Auftritt der Big Boys:

Der tolle Abend wurde mit einem sehr leckeren Abendessen bei meiner Gastfamilie abgerundet.
Der Montag begann mit einem Schock, beim Blick aus dem Fenster war doch tatsächlich alles weiß. Da es auch nicht aufhörte zu schneien, entschieden wir uns für einen Besuch in einer sehr schicken Mall. Am Nachmittag verbrachten wir etwas Zeit mit meinen Gastkindern, bevor wir für den Abend der Empfehlung meiner Gastmutter folgten und koreanisch Essen waren.
Das Ganze sah dann kulturgerecht so aus:

Am Dienstag hatten meine Geschwister die Ehre einen Tag in einer jüdischen Schule zu erleben, Fabian in der Middle School und Franzi in der High School. Wer die interessanten und zum Teil skurrilen Details wissen will, fragt die Beiden am besten selber.
An diesem Tag hieß es auch zeitig ins Bett gehen, denn am Mittwoch Morgen klingelte der Wecker bereits um 3.
Drei Stunden später saßen wir im Flieger nach San Francisco.
Der (etwas längere) Bericht über die darauf folgende Zeit wird wohl noch einige Tag auf sich warten lassen. Sobald ich die liegengebliebene Wäsche beseitigt habe und im Collegestoff wieder einigermaßen drin stecke, werde ich mich schnellstmöglich dran setzten.
Ich kann es einfach gar nicht glauben, die letzten zwei Wochen vergingen wie im Fluge und es kommt mir immer noch ein bisschen vor wie im Film.

Freitag, 20. März 2009

St. Patricks Day

...ist der am 17. März begangene Gedenktag zu Ehren des irischen Nationalheiligen St. Patrick.
Und da Amerika keine Gelegenheit des Kommerz auslässt, wurde dieser auch Hierzulande gefeiert. In sämtlichen Geschäften konnte man z.B. grüne ketten, grüne Hüte und jede Menge St. Patricks Süßigkeiten bekommen. Die Hauptattraktion war jedoch die Paraden, die am Wochenende durch so gut wie jede Großstadt führten. So auch in meiner Nachbarstadt Royal Oak. Hier ein paar Impressionen:



Wäre ich an diesem Tag in Chicago gewesen, hätte ich miterleben können, wie der Chicago River grün eingefärbt wurde.
Der Dienstag, also der eigentliche St. Patricks Day war dann gar nicht mehr so spannend, außer dass in sämtlichen Pubs große Besäufnisse stattfanden.

Am Sonntag hatten wir mal wieder ein Clusterevent, es ging in das Detroit Institut of Art.
Da man für dieses beeindruckende Museum wohl mehrere Tage bräuchte, konzentrierten wir uns auf die Sonderausstellung zum Leben und Werk des Norman Rockwell (1894-1978). Er war einer der bekanntesten Künstler der USA, der vor allem durch zahlreiche illustrierte Titelbilder der Saturday Evening Post populär geworden ist. Mir war dieser Mensch auch sehr sympathisch. Ich konnte mit seiner Kunst tatsächlich was anfangen und musste nicht, wie bei so manch anderem Künstler rätseln, ob ich in einem Werk die "totale Apokalypse" oder doch eine "leidenschaftliche Liebe" sehen solle.

Dies waren drei meiner Lieblingswerke. Das Oberste mit dem Titel "Discovery" fand ich besonders niedlich.
(für eine vergrößerte Darstellung, einfach auf die Bilder drauf klicken)


Zum Schluss noch eine Aufruf an alle deutschen Lehrer. Wer schon immer einmal darüber nachgedacht hat seinen Beruf künftig in den USA auszuführen, hier ein weiterer Grund: records day. An diesem Tag haben alle Schüler einer Schule frei, damit die Lehrer in alle Ruhe die report cards schreiben können. Reports cards sind so etwas wie Halbjahresinformationen, die die Schüler hier mehrmals im Jahr bekommen.

Donnerstag, 12. März 2009

Wenn die Ostküstler zu Besuch kommen...

...dann spielt in Michigan nicht nur das Wetter verrückt. Es wird auch ziemlich lustig.
Aber bevor ich mich über das vergangene Wochenende auslasse, gibt es erst einmal noch ein paar Sätze über die Zeit seit Miami.
Am Sonntag danach war Oskarnacht. Wie zu erwarten war, wird das weitaus mehr zelebriert als in Deutschland z.B. mit familieninternen Tippspielen, wobei jeder vorher seinen Tip für jede der Kategorien abgeben musste. Da ich jedoch bis zu diesem Zeitpunkt bis auf "Dark Knight" keinen der Filme gesehen hatte, war meine erste live verfolgte Acadamy Award Ceremnoy dahingehend kein großer Erfolg.
Am Freitag darauf musste ich mich dann schon einmal von dem hochgelobten Gewinner der Awards "Slumdog Millionaire" überzeugen und wurde auch nicht enttäuscht. Ein wirklich guter Film, weit ab von der Hollywood Glamour Welt, der sich, wie ich finde, in keiner Weise in eine Schublade schieben lässt.
Letzte Woche war in Bezug auf College "Spring Break" angesagt. Da bereits diese Woche Mitsemesterprüfungen anstanden, war die Zeit nicht etwa langweilig.
Das lustigste an der Woche war ein Schulprojekt, zum Thema Regenwald. Die Aufgabe war es einen Affen in bestimmter Größe und anhand eines Bildes selber zu basteln (wie ihr seht, nicht nur die Lehrer in Deutschland kommen auf verrückte Ideen).
Was nach vierstündiger Arbeit mit Wolle und Heißklebepistole heraus kam, sieht so aus:

Wer sich jetzt fragt, wie ich es in Kunst doch immer auf eine 2 geschafft habe? Ja, das frage ich mich auch.
Besonders habe ich mich auf den Freitag gefreut, denn da kam die Christina aus Philadelphia zu Besuch. Obwohl sie aus Plauen ist, haben wir uns erst am Tag der Reise in die USA persönlich kennen gelernt, haben dann die 4 Tage in New York gemeinsam verbracht und ich hatte sie ja bereits im Dezember in Philly besucht.
Am Mittwoch noch -10 Grad bewegte sich das Thermometer Freitag Morgen zielsicher auf die 20 Grad zu, dazu strahlender Sonnenschein. Das musste genutzt werden. Also fuhren wir gleich vom Flughafan aus in die Universitätsstadt Ann Arbor. Bei den Studenten waren bereits die Frühlingsgefühle ausgebrochen und so sah man überall kurze Kleider und Bermudas.
Wir gönnten uns ein Eis und schlenderten über den Campus.
Dort wurden wir von einem italienischen und einem französischem Studenten angesprochen und für den Abend in eine Bar eingeladen. Da sagten wir auch spontan zu, warum auch nicht, Europäer müssen ja schließlich zusammen halten;) Unser Alter jedoch verschwiegen wir lieber.
Ich weiß selber nicht genau wie wir in die Bar gekommen sind, jedoch als wir einmal drin waren, wurde ohne Probleme fleißig Cocktails getrunken.
Die Jungs wollten dann noch in eine Club. Wir gingen mit, im Glaube, dass wir eh nicht rein kommen würden. Vor dem Security Mann stehend, stammelten wir dann bei der ID Kontrolle irgendwas zusammen. Spontan schritt der Italiener ein, belehrte mit vollster Überzeugung den Security Mensch, dass wir aus Deutschland wären und dort jeder über 21 ist und 10 Sekunden später hatten wir den Stempel auf der Hand.
Ohne pauschalisieren zu wollen, aber wenn ich einbeziehe, dass dieser Club von der gehobeneren Sorte war, lässt sich sagen, dass amerikanische Diskos nicht unbedingt das Nonplusultra sind. Wow, die Herren der Schöpfung waren ziemlich aufdringlich...
Um 2 war dann auch schon Zapfenstreich und so machten wir uns auf den Heimweg.

Der Samstag Morgen wurde ruhig angegangen. Nach einem kurzen Zwischenstop in der Eislaufhalle entschieden wir uns das kleine Städtchen Birmingham zu besuchen.
Gerade 100 Meter gelaufen, fing es an in vollen Strömen zu regnen. Besserung war nicht in Sicht. Was macht man bei solchen Wetter?
Man tut den Kindern einen Gefallen und fährt mit ihnen zum Haus ihrer Tante (das besagte Haus wurde in einem der ersten Posts schon mal näher beschrieben. Stichwort MTV Haus).
Natürlich sollten wir auch einen nutzen aus der Aktion ziehen. Und so sprangen wir in das hauseigene Schwimmbad, währen sich die Kinder in der Turnhalle beim Basketball austobten.
Den Abend liesen wir eher ruhig im Kino ausklingen mit "Der Vorleser", ein weiterer sehr guter Film, der zu Recht einen Oskar erhalten hat.

Am Sonntag Morgen regnete es immer noch, der lokale Golfplatz stand schon halb unter Wasser und wir machten uns nach der einen Stunde kürzeren Nacht auf den Weg.
Zuerst sollte Christina im Schnelldurchgang noch Downtown Detroit gezeigt werden. Weiter fuhren wir zum Henry Ford Areal. Eigentlich war eine Ford Factory Tour geplant, doch wir wurden enttäuscht. Dieser Museumsbereich ist Sonntags leider geschlossen. Plan B, es ging in die Ford Ausstellung. Die tatsächliche Intension dieses Museums ist uns zwar verwehrt gelblieben, die Ansammlung von Traktoren, Dampfmaschienen, Autos, alten Häusern, neuen Häusern und Zukunftshaüsern sowie allen möglichen Utensilien war aber doch ganz interessant und vor allem sehr liebevoll gestaltet.

Leider mussten wir am Nachmittag schon wieder Richtung Flughafen aufbrechen.
Es hieß Abschied nehmen. Ganz sicher sehen wir uns in spätestens 5 Monaten in Plauen wieder.

Freitag, 20. Februar 2009

Ein Temperaturunterschied von 50 Grad und dessen Folgen

Unüberraschenderweise kam ein Tag vor Reisebeginn mal wieder ein Wetterchaos nach Michigan, 20cm Neuschnee von Freitag auf den Samstag.
Auch der Schneesturm legte sich und so ging die Reise in der Nacht auf den Sonntag bei eisiger Kälte los. Eine Halbe Nacht auf dem Flughafen und 4,5 Stunden Flug plus ein kleiner Crosslauf beim Zwischenstopp in Charlotte (um in 15 Minuten vom Gate B zum Gate J zu kommen) später und wir wurden von einer Hitzewand und Palmenwedel in Miami begrüßt. Auf dem Weg zum Bus trafen wir auf ein sehr nettes Ehepaar aus Boston. Da wir feststellten, dass unsere Unterkünfte fast nebeneinander lagen, saßen wir kurzerhand mit bei ihnen im Taxi auf dem Weg nach South Beach.
Unser Hostel lag inmitten einer engen Gassen im südländischen Flair im Herzen von South Beach, 2 Blocks vom Strand entfernt.

Schnell 3er Kleidungslagen entledigt und ab ging es an den Atlantik.
Unsere weitere Erkundungstour führte uns entlang des Ocean Drives (eine der meist gezeigtesten Straßen in Filmen und Serien )

und auf Lincoln (Haupteinkaufsstraße).

Auf dem Español Way tauchten wir in das lateinamerikanisch geprägte Nachtleben ein,
genossen den teuersten Cocktail in unserem Leben

und ließen uns über die Essbarkeit des Bambusgewächses aufklären (was ungefähr so schmeckt wie wenn man in einen zuckergetränkten Holzspan beißt - warum auch nicht ? ;)

Die spanischen Klänger verfolgten uns noch bis ins Bett. Am nächsten Morgen ging es sofort zum Strand.

Die morgendlichen Wolken machten immer mehr der stark einstrahlenden Sonne Platz, jedoch war die Wärme durch ein mittelstark wehendes Lüftchen erträglich, fatal, wie sich herausstellen sollte.
Und so sonnten wir uns, schliefen ein, gingen baden und sonnten uns weiter.

Ich hätte glatt den ganzen Tag am Strand verbracht, jedoch machte meiner Freundin Tomke die Sonne am Nachmittag dann doch zu schaffen.
Und so entschieden wir uns für einen Stadtbummel, erkundeten eine Auswahl der unzähligen Kunstgallerien und begutachteten die neuesten Trends auf der Bootsmesse, die zu dieser Zeit in Miami für Aufsehen sorgte.













Zurück im Hostel der Blick in den Spiegel - kleiner Schock - ich hätte jedem Indianer Konkurrenz machen können.
Die Tatsache lies uns allerdings nicht davon abhalten uns wiederum ins nächtliche Getümmel zu stürzen.



Wer schon mal einen ordentlichen Sonnenbrand und -stich hatte weis in etwa wie sich die Nacht so anfühlt
Aber nichts desto trotz ging es am Dienstag Morgen in aller Frühe und Frische weiter, denn ein straffes Programm lag vor uns.
Zuerst ging es in den Everlgades Nationalpark, wo eine Bootstour anstand.

Diese bestand aus 2 Teilen. Im Ersten fuhren wir langsam, so dass wir einen guten Blick auf die immer wieder rechts und links vom Boot auftauchenden Alligatoren hatten.

Im zweiten Teil ging es dann mit Vollspeed durch das Sumpf- und Wassergebiet.

Hinterher stand noch eine kleine Tiervorstellung an. Bei der man auch so selbst einmal einen kleinen süßen Alligator in den Händen halten durfte (was sich in etwas so anfühlt wie sehr gutes Leder)

Jedoch konnte mich das Tierchen wohl nicht allzu gut leiden und ehe ich mich versehen hatte, war es mir aus den Händen gesprungen. Kurzer Aufschrei bei allen Anwesenden (leider gibt es auch aufgrund des kleinen Schocks von der Kamerafrau kein Bild) und ein 3 Sekunden später war das Tier wieder eingefangen.

Auf Mittag ging es dann nach Downtown Miami, eine Stadt mit vielen Gesichtern, die ganz stark lateinamerikanisch geprägt ist. So war auch die Stadtrundfahrt in Englisch sowie in Spanisch.
Vorbei an den Hochhäusern im Financial District fuhren wir nach Little Havanna.


Durch schicke Villenviertel ging es weiter ans Meer.


Bei der anschließenden Bootstour bekamen wir eine kleinen Eindruck, wo man sein Geld so anlegen kann, wenn man einen zweistelligen Millionenbetrag im Jahr zu viel hat.

Zum Beispiel auf der Fisher Island, die mit den teuersten Grundstückspreisen der gesammten USA beeindrucken kann und deren Einwohner das höchste Pro Kopf Einkommen von Nordamerika stellen. Aber auch auf Star Island, Hibiscus Island und Palm Island, wo Madonna ihr Sommerhaus neben Shaquille O´Neal hat und sich Julia Iglesias und Gloria Estefan zum Tennis treffen, lässt es sich ganz gut leben.


Und für die Tatsache, dass man unter seinesgleichen ist, denn Normalsterblichen bleiben die Stege zu diesen Inseln verwehrt, legt man doch auch ohne mit der Wimper zu zucken einen fünfstelligen Betrag im Jahr für Landschaftspflege hin. Am späteren Abend gab es einmal mehr den Beweis wie klein doch die Welt ist. Nichts ahnend trafen wir auf der Straße vor unserem Hostel 2 gut befreundete Au Pairs (mit der einen teilte ich bei der Orientation in New York das Hotelzimmer), für die Miami an diesem Abend Station ihrer Florida Reise war.
Am nächsten Morgen hieß es leider auch schon wieder Abschied nehmen und so fuhren wir auf Mittag wieder zum Flughafen.
Erst beim Einchecken bemerkten Tomke und ich, dass wir unterschiedliche Flüge gebucht hatte. Bei gleicher Air Line und auf eine Minute gleich terminierte Ankunftszeiten flog ich wiederum über Charlotte und Tomke über Philadelphia.
Aber auch das stellte kein unlösbares Problem dar und so befanden wir uns am späten Abend wieder im arktisch kalten Michigan.
Wenigstens wurde ich am nächsten Morgen im College gefragt, ob ich vom Strand direkt ins Kurszimmer gerollt wurde. Nur leider wird die sommerliche Bräune bald wieder verschwunden sein. Was bleibt, sind tolle Erinnerungen, die mir den aktuellen Blick aus dem Fenster (Schnee, Schnee und noch mehr Schnee) etwas erleichtern und die Hoffnung, dass auch hier der Winter seine finalen Auswirkungen zeigt.